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Der Pangermanismus
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Politische Briefe ans Sachse» 179

die allgemeine Schulpflicht, die schon langer besteht, und unsre systematische wissenschaftliche Ausbildung an Gymnasien und Universitäten, die meines Wissens bis auf Melanchthon zurückreicht. Die auf diesen Grundpfeilern ruhende deutsche Körper-, Charakter- und Geistesausbildung fängt jetzt an, ihre Bluten zu treiben und ihre Früchte zu tragen, und das Ausland kann seine Versäumnisse, die seit Jahrhunderten bestehn, nicht in Jahren und nicht in Jahrzehnten nachholen. Manche Ausländer erkennen unsre Berechtigung und Verpflichtung an, nun auch nuf dem Welttheater aufzutreten. So sagt der bekannte französische Kolonial­schriftsteller Leroy-Beaulieu, es wäre für die Deutschen endlich Zeit, daß sie sich auch einen Platz bei der Aufteilung der Erde suchten und nicht die fremden Völker nur mit ihrer deutschen Bildung pfropften. Der englische Kriegsminister Haldane hat sich kürzlich in einer Rede über die Ausbildung der deutschen Offi­ziere sehr günstig ausgesprochen, daran anerkennende Äußerungen über das tat­kräftige Vorwärts streben der Japaner geknüpft und schließlich hinzugefügt:Die­selbe Entwicklung hat sich in Deutschland vollzogen. Auf der Grundlage wissen­schaftlicher Forschung und Bildung ist Deutschland Schritt für Schritt vorwärts gegangen."

Unter allen Umstünden müssen wir und das will ich zum Schlüsse sagen gegenüber solchen Ansichten, wie sie Herr Kapitän Coquelin de Lisle in der angesehenen französischen Zeitschrift Journal cl<Z8 soisnoss inilitaires ent­wickelt hat, unser Pulver trocken halten, zu Wasser und zu Lande, und baldigst auch für eine ausreichende Flotte sorgen! <c. v. s.

politische Briefe aus Hachsen

von Germaniens

Dresden, 20. August 1906

Verehrter Freund! lie haben völlig Recht mit Ihren Klagen über meine Schweigsam­keit und über meine Art, Ihre Briefe unbeantwortet zu lassen. Aber wer von früh bis spät am Abend in den Schraubstock des Dienstes gespannt ist, der taugt wenig dazu, freundlichen Gedanken­laustausch zu Pflegen und wichtige politische Fragen zu erörtern. Zum Handlanger wird man noch im Getriebe des täglichen Dienstes, ja selbst die Nächstliegenden Pflichten gegen die Familie werden auf das ernsteste beeinträchtigt. Nun, auch das hat einmal ein Ende, und sobald ich kann, schüttle ich den Staub des Dienstes ganz von meinen Füßen, um, wenn mir Gott das Leben schenkt, wenigstens noch einige Jahre ein wahrer Freiherr zu

MM