Beitrag 
Russische Gastfreundschaft in Transkaspien : Reiseerinnerungen
Seite
421
Einzelbild herunterladen
 

12.1.

sich der Liebenswürdigkeit der Hausfrau zu erwehren, die »ach slawischer Sitte dem Gast an ihrer Seite die Speisen vorlegte. Die Folge der Getränke bei Tisch wich von der bei uns üblichen sehr ab: schließlich stand der kräftige kaukasische Wem, Bier uud eine Art Sauerbrunnen, Narsan, vor uns; aber wir durften uns zu unsrer Frende in mäßigen Grenzen halten.

Der Friede von Altranstädt )

von Aonrad Stnrmhoefel 1

ie Oktobertagc dieses Jahres haben die Erinnerung au die De­mütigungen wachgerufen, die vor hundert Jahren unser Vaterland, das weitere wie das engere, vvn Napoleons harter Faust zu er­leiden hatte. Aber die sächsische Armee hatte es damals wenigsteus versucht, und zwar mit anerkannter Tapferkeit, dem andringenden Feinde die Grenzen zn sperren. Ein Jahrhundert zuvor hat ein wehrloses Sachsen unter viel demütigenderen Voraussetzungen einen ebenfalls hart- ge>luuten Eroberer ein vvlles Jahr Herbergen müssen, obgleich Friede geschlossen war. Mxx Mxx den spätern Stürmen ist das Unwetter, das auf die deutsche Ohnmacht jener Zeit seine grellen Lichter warf, fast vergessen worden. Karls des Zwölften vvn Schweden Einbruch iu Sachsen nnd der August dem Starkeil Wgezwungue Frieden von Altranstüdt dürfen ebenso wie die Tage von Jena und Anerstüdt einer selbstzufriednen Gegenwart recht wohl als Warner aus der ^rgangenheit ins Gedächtnis gernfen werden.

. Während sich im Westen Europas am Ende des siebzehnten Jahrhunderts ^ ^ngewitter des Spanischen Erbfolgekrieges zusammenballte, häufte sich der omidstoff zu einem großen Entscheidungskampfe infolge mehrerer bedeutungs- wller Thronwechsel auch im Norden und'im Osten. In Nußland war 1696 durch eu Tod seines Halbbruders Iwan Peter der Große mit vierundzwanzig Jahren gur Meinherrschaft gelangt und begann, nachdem er am Schwarzen Meere )i>vw ervbcrt hatte, 'seine begehrlichen Blicke nach dem ihm durch Polen und Schweden verschlossenen Baltischen Meere zu richten. In Schweden folgte mit «ein 14, Upril 1697 der Sohn Karls des Elften und der Ulrike Eleonore

von Dänemark noch" nicht" gm^ v«ewn^ geb. 17 ,! , jedoch schon am 29. November 1697 von den

schwedische?, Stä d?/ als e bsiäudi er Herrscher auerkaunt M.t chm kam der kriegeri che G^ st ftine^ G oßvaters Karls des Zehuteu m.f den Thrm,. nach­dem der Vate?^ Maßregeln das Ansehen der Kroue nn

^cheh-nd-rAuM war schon in seine.n ganzen Umfange gedruckt, als nur der Artikel von Ar " "

in Schoede^ auf^ Punkte aus der Vorgeschichte des Friedens und beschäftigt M ' 'besoudre nM großem oder geringern Verscht.ldung Pfingstens. Indem ^" ° , und Unterlassungen Pfingstens nachweist uud danut dessen S^u dreg st r ^ '"nnes Erachtens noch nicht nach, daß Pfingsten >mt emer and«. Ha d ^ l'^lnn können. Jedenfalls will auch Günther keine mniu k..i.>» behaupten. D.r ^ersnsfcr Grenzboten IV 1YNl!

^'!^ruo Günther, Die Entstchuug des Friedens von Altranstndt im NeuenÄrchiv für Sächsische Av'chte Bd. XXVII, S. 311 ff. zu Gesicht kam. Die auf Grund neuer archivalischer Forschungen,