Beitrag 
Die Geschäftsordnung des englischen Parlaments. 2
Seite
564
Einzelbild herunterladen
 

564

Lin deutsches Raiserschloß in Apulien

Durch die Tätigkeit der Abgeordneten in den Lsloot Lominittses cm ?riv^t6 Lills erscheint ein großer Teil der Zentralverwaltung sowohl nach der rein administrativen wie nach der verwaltungsrechtlichen Seite hin unmittelbar in die Hände der Volksvertretung gelegt. Und auch dort, wo das moderne Institut der provisorischen Verordnungen von Zentralbehörden konkurriert, geschieht dies unter der unangetasteten Oberaufsicht der beiden Häuser des Parlaments." Teils zur Verminderung der Kosten nämlich, die das Privat­billverfahren verursacht (durch lüngern Aufenthalt der Interessenten, der Zeugen, der Advokaten in London), teils zur Entlastung des Parlaments sind in der zweiten Hülste des ueuuzehnten Jahrhunderts Zentralbehörden eingesetzt worden, die unsern Fachministerien entsprechen, wie Lc>g,rc1 okIracls, ?oor I>a,vv Lc>g., kloiriö Ot'öok, I/oval Hove-rniQöiit Loarä. Diese Behörden werden vom Unter­hause ermächtigt, gewisse Verwaltungsgeschäfte durch ^rovisioiml Orctsrs zu erledigen, d. h. durch Verordnungen, deren Rechtskraft innerhalb einer be­stimmten Frist durch eine Petition an das Parlament angefochten werden kann, oder die einer ausdrücklichen Bestätigung durch einen ?rovi8icmÄl Oräsr Lontirllu>.tioll ^ot bedürfen. Je zahlreicher die Einwohnerschaft eines Staates und je verwickelter bei fortschreitender Kultur sein Getriebe wird, desto weniger ist Verwaltung durch eine aus fachmännisch gebildeten Beamten bestehende Bureaukratie zu entbehren. Redlich hat es nun in seinen beiden Werken mit Recht als eine wunderbare Leistung der Anpassungskraft des englischen Staats­organismus bezeichnet, daß er durch die Einrichtung der ?rc>vi8iona,I Orclsrs ein Stück Bureaukratie in seine Selbstregierung einzubauen vermocht hat, ohne diese zu zerstören.

Gin deutsches Kaiserschloß in Apulien

von F. Biehringer

l ährend die Golfe von Gaeta und Neapel in der Mannigfaltigkeit ihrer Bildungen uud Formen, in den bald steil, bald sanft an­steigenden Berghalden, den engen, von tief eingeschnittenen Wasser­rinnen durchbrochnen Felsschluchten, den schroffen Vorsprüngen >und den weit ins Meer hinausragenden Erdzungen eine Fülle von unvergleichlichen Landschaftsbildern zeigen, stellt sich der Ostrand Italiens in derselben Breite als ein flacher, niedriger, wenig gegliederter Küstensaum dar, dessen eintönige Linien nur durch ein sich lang hinziehendes Vorgebirge, den berühmten Wallfahrtsberg Monte Gargano, den Gargcmus der Alten, zeitweise unterbrochen werden. In dieser baumlosen, von der Sonne verbrannten Ebene, die landeinwärts wellige, von tiefen Erdfurchen durchrissene Höhenzüge begrenzen, erscheint selten ein größerer Ort; dagegen tauchen häufig einzelne, burgartig mit