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Elizabeth Percy : (Fortsetzung). 10
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Llizabeth Percy

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abenteuerlichen Schritt, ins Ausland zu fliehen, hätte überreden lassen. Die Sehn­sucht nach ihr, nach ihrer bloßen Nähe machte ihn zuweilen so schwach, daß er Wh selber sagte, er sei jetzt bereit, jegliche Erniedrigung zu dulden, wenn sie ihn »ur wieder eines sanften Blickes würdigen wolle; und doch wußte er während der ganzen Zeit, daß er unter denselben Umständen wie die, unter denen sie zuletzt miteinander gesprochen hatten, wieder genau ebenso handeln würde. Konnte sie ^7 obwohl sie ihn so lieb hatte ihre Natur nicht verändern, so konnte er, wie Heiden schaftlich verliebt er auch war, die seine nicht ändern. Es war besser, das Feuer in seinem Innern wüten zu lassen, bis es verzehrt hatte, was zu verzehren war, als daß sein Weg den ihren wieder kreuzte! Sie, die er mochte ihr Verhältnis zueinander drehn und wenden, wie er wollte doch immer gleich rettungslos von ihm getrennt war.

Der ganze lange, heiße Sommer war geradezu unerträglich gewesen und die Leute, die unter Kapitän Percy dienten oder mit ihm zu tun hatten, waren wenn sie sich darüber hätten äußern sollen auch nicht auf Rosen gebettet gewesen! bis in den August hinein, uud da wurde das Ganze plötzlich noch unerträglicher. Denn da geschah es, daß ein Brief von Lady Elizabeth an die ^ te Anna kam, den zu lesen sich Harry nachdem er mehreremale der Ver­suchung widerstanden hatte schließlich das Recht erzwäng, und den er dann ohne weiteres behielt.

Der Brief, der uicht einmal auf den unglückseligen Besuch in Alnwick hin­deutete, war mit Lady Elizabeths eigner schöner, langgestreckter Handschrift ge­trieben und lautete also:

Wir sind jetzt in London, und es ist erstaunlich zu sehen, wie viele hohe «tacitspersonen sich dazu bequemen, mir und Lady Northumberland ihre Auf­wartung zu inachen. Ich habe meinen eignen Spieltisch hier, ganz wie in Bath.

Seine Majestät sehe ich oft. Sonntag war Assemblee bei meiner Vase, Lady '"etty, und das war sehr amüsant. Nach dem Souper machte der K (önig) Jagd "uf mich rund um den Tisch herum, und als er mich eingefangen hatte, kitzelte er wich unter den Armen, bis ich schrie. Er ist immer sehr zuvorkommend gegen wich und hat mir erlaubt, ihn Ziancl-xsis zu nennen.

Aber ich lache über Seine Majestät. Und ich werde nicht böse, wenn er mich ainit neckt, daß ich meines Oheims Essex wa-uvais saug' tronäsur geerbt habe. Er meint nicht Lady Bessys Gemahl, der einem eingeschrumpten Apfel gleicht, sondern °e>>, der ein Devereux war. Er sagt auch, ich hätte Ähnlichkeit mit den Wriothesleys. ^we echte Percy, sagt er, wäre viel ernsthafter und hätte ein viel längeres Ge- >'cht. Ich dachte, S. M. sollte nur meinen Vetter Harry sehen.

(Und nachdem sie sich nun endlich auf diesem langen Umwege dazn bequemt hatte, Harrys Namen zu nennen, handelte der Brief wahrlich von nichts weiter als von ihm.)

Warum schreibst du mir nichts von Harry? steht da mit unverhohlener Unge­duld. Was mache ich mir aus einem Gruß, den er mir niemals gesandt hat? >5ch will wissen, ob er noch ebenso grimmig aussieht, ob er oft nach Newcastle oder Berwick reitet, und ob er des Abends zuhcmse bleibt. Ich will wissen, wie er aussieht, und ob er sich herabläßt, mit den gestickten Handschuhen zu gehn, die t ihm im Mai schickte, ehe . . . (hier folgte eine energische Durchstreichung mit vielen Tintenklecksen) und worüber ihr beide sprecht, wenn er zu dir auf dein Zimmer kommt. Ich bin dumm, schilt mich, weil ich dumm bin. aber antworte mir. Und wenn du nichts zu antworten hast, so denke dir etwas aus. Nein, tue das nicht. Schreibe nur, was wahr ist.

Grenzboten III 1906 70