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Drei Tage in Trapezunt
Philosophie (Ethik) näher ein, sondern deutet auch auf naturwissenschaftliche Fragen hin und läßt Selbstbeobachtetes und Erfahrnes nicht verkümmern. Aus eigner Praxis möchte ich noch an die Pflege des Natursinnes nach den verschiednen Seiten hin, an die Erfassung des Metaphorischen in der Dichtersprache, an die stufenweise sich vertiefende Darlegung des Tragischen*) sowie andrer ästhetischer Begriffe erinnern. Man wird gut tun, nach Eigenart der Schuljugend in den verschiednen Landesteilen und der Schülergenerationen das System der Anpassung und der Wahlfreiheit zu üben; nicht immer hat man Primaner, die, wie ich es hier wiederholt erlebte, aus sich heraus Abhandlungen über Bilder, im Vergleich mit Gedichten ähnlichen Stoffes, über Lessings, Herders und Goethes Stellung zu dem Grenzverhältnis der verschiednen Künste u. a, m. vorlegen oder Vorträge zur Ehrenrettung der „Ahnfrau" Grillparzers und zur Kenntnis Mörikes, Eichendorffs, Storins u. a. halten.
Man muß eben nur die Geister zu wecken und zu rufen wissen; die Jugend ist empfänglich und leicht begeistert; nn Widerhall fehlt es dann nicht. Das spürt man auch bei dem trefflichen Werke Geyers sowohl in der Aufsatz- wie in der Vortragskunst. Der Erfolg des deutschen Unterrichts hängt in ganz besonderm Sinne an der Persönlichkeit des Lehrers.
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Drei Tage in Trapezunt
Rciseerinnerungen von Toepfer
!rapezunt besteht aus drei Teilen, der schon genannten Oststadt, der Türkenstadt und der westlichen Vorstadt. Die erste beginnt mit niedrigen Fischerhütten am Hafen, breitet sich um das Hafenbecken herum aus, verliert sich nach Osten zu in einigen Anwesen !an den von Mauern eingefaßten Wegen bis zur nächsten Ortschaft und geht nach Westen zu mit dem Basar in die Türkenstadt über. Sie ist Griechenstadt und beherbergt einen Teil der Armenier und die Handelsund die Wohnhäuser der Fremden. Aber auch wohlhabende Türken haben sich hier niedergelassen und in einem eignen Baustil mohammedanische Hauseinrichtung mit europäischer Bequemlichkeit zu vereinen gesucht. Hier hat, dem Handel folgend, die Stadtverwaltung ihr Heim gefunden nnd neben einigen Agenturen die Post ihreu Wohnsitz aufgeschlagen. Diese steht nicht gerade auf der Höhe. Trotzdem daß jede Depesche sehr sorgfältig gebucht und mit einem
Vgl. die im letzten Heft der Grenzboten besprochne „Ästhetik des Tragischen" von Joh, Volkelt, zweite, vielfach umgearbeitete und erweiterte Auflage (München, Beck, 1906) und „Das Problem des Tragischen und seine Behandlung in der Schule" in meinen Vermischten Aufsätzen „Pädagogik und Poesie" I (S. 19 bis 38).