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Vorgeschichte der französischen Revolution von 1789. 1
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Die Verunstaltung des deutschen Liedes

literatur mit herbeigeführt worden sei. Diese Frage ist unhistorisch, da Zustände überhaupt nur dann wirken können, wenn von jemand die Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird; jenes besorgen die großen Geister, dieses kann durch gewöhnliche Menschen geschehn, und so war es auch hier: die französische Revolution war langst durch große Schriftsteller vorbereitet, aber gemacht und geleitet wurde sie fast allein durch untergeordnete Menschen, die die öffentliche Meinung kritiklos, aber einmütig und gefürchtet vertraten. Bemerkenswert ist hierbei, daß alle Gebildeten des kmvisn rsAiniö in denselben Gedankenkreisen lebten, für die Tcnne den zusammenfassenden Ausdruck Lsxrit olasLiqnö gefunden hat, wahrend Adalbert Wahl dafür richtiger Individualismus sagt. Denn schon in der Renaissance, der Geburtszeit des modernen Menschen, findet man, wenigstens unter den vornehmsten Vertretern Italiens, den ausgesprochnen Hang, sich von Staat und Kirche loszusagen und sich seine eignen Normen als Lebenszweck zu setzen. In Frankreich kam dieser Drang, freie und große Ideale für die eigne Person aufzustellen, erst später zum Vorschein, im achtzehnten Jahrhundert aber desto mächtiger und allgemeiner, also demokratischer, wenn auch der Bauer zu­nächst noch keinen Teil daran hatte. Nach Voltaire istder Staat nichts als ein Phantom und nichts als die Summe der Einzelnen. Die Kirche und der Staat haben keinen Zweck, keinen Sinn, wenn sie nicht auch Einzelnen dienen. Was sie bisher zu unternehmen pflegten, waren meist sinnlose Greuel, Ver­folgung und Krieg, grausame Bestrafung und Vernichtung von Einzelnen, wozu kein Recht vorhanden war; der Wohlfahrt des Einzelnen haben sie selten oder nie gedient. Lor^s? l'irMins. Nieder mit dem Staat!" Der Gedanke an Re­formen trat mehr uud mehr hinter dem zurück, die Kirche zu zerstören und den Staat zu unterjochen; als aber 1793 dieser Gedanke verwirklicht wurde, zeigte es sich, daß der ucue Staat weit härter und grausamer verfuhr als der furcht­barste Absolutismus.

Die Verunstaltung des deutschen Liedes

uf den, musikpädagogischen Kongresse in Berlin im April dieses Jahres wandte sich der Schulinspektor Fricke aus Hamburg gegen die Verunstaltung der Volkslieder und führte einige Beispiele als Beweise an. Die Stelle: Was mag der Traum bedeuten, mein Liebchen, bist dn tot! ist verballhornt in: Was soll das Laub bedeuten, das fahle Sommerlaub? In einem andern Liede heißt es: O Mägdlein, wie falsch ist dein Gemüte! Diese Stelle ist einfach gestrichen worden. Das Lied: An der Saale Hellem Strande darf überhaupt nicht mehr gesungen werden, weil es darin heißt: Tücher wehen in der Luft! Auch das Lied: O Straßburg