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Über Budapest nach Bukurescht
was ihm besonders behagt. Den Elbingern wird Höflichkeit, Güte und besondre Reinlichkeit nachgerühmt. Komisch wirkt die Bemerkung, daß die Einwohner von Elbing schlechte Zähne haben müssen, da Perchs alter Hauswirt und dessen Genossin an diesem Mangel leiden. Es herrscht hier ein nicht unbedeutender Handel; auf dein Wasser sieht man prächtige Schiffe, am Ufer große Speicher. Die katholische Kirche ist miserabel, doch darin bemerkenswert ein Beichtstuhl, dessen Füllung ein Bild trägt, das ein großes Herz darstellt; in dessen Mitte fegt ein Engel Kehricht weg, und kleine Teufelchen mit spaßhaften Gesichtern fliegen davon; das soll die Austreibung der sieben Todsünden bedeuten.
Am 4. August reist Percy von Elbing ab. Die ganze Zeit über, die er dort geblieben ist, hat eine ganz außergewöhnliche Sommerhitze geherrscht, die ihn von nun an durch den tiefen Sand Westpreußens und der Neumark bis Berlin nicht mehr verläßt. Zwanzig Tage ist er bis dorthin auf der Reise, und er schaut noch mancherlei, was er als bemerkenswert seinem Journal einverleibt. Wir wollen ihn hier aber verlassen und uns mit Dank für die vielen interessanten Mitteilungen aus bewegter Zeit von diesem liebenswürdigen Manne verabschieden, der als unser Feind zu uns gekommen ist und sich, wie wir den Eindruck mit uns nehmen, nicht gar so gern von uns trennte.
Über Budapest nach Bukurescht
Aeiseermnennigen von H. Toepfer
ingehende Beschäftigung mit der Entwicklung der Machtstellung Nußlands in Zentralasien, Interesse an der Geschichte dieses weiten Landes hatten in mir schon lange den Wunsch wachgerufen, den Spureu des Vordringens der Russen zu folgen und mir ein Urteil über ihre kolonisatorischen Erfolge in dieser Gegend zu bilden. Wem: es mir auch Zeit und Mittel nicht erlauben würden, mich weit vou der Eisenbahn zu entfernen, so durfte ich doch hoffen, durch gute Empfehlungen uud ausreichende Sprachkcuntnis unterstützt, mich gerade über diese Frage ausreichend unterrichten und auf der Hin- und der Rückreise zum Beispiel in Geok-tepe, Kars und Ssewastvpol etwas praktische Kriegsgeschichte treiben sowie Truppentransporte nach Ostasien beobachten zu können. Und da ich kein Geograph oder Reisender von Beruf bin, auch offen gestanden nur sehr ungern auf die vielen Annehmlichkeiten der Zivilisation verzichte, so war meine Reiseroute von vornherein gegeben. Ich fand in meinem Wirkungskreise drei liebenswürdige Reiseteilnchmer, mit denen ich mich in die Neisevorbereituugeu teilen konnte. Als wir uns aber getrennt hatten, um verschiedne Kommandos anzutreten, drohten die Ende Jannar 1905 von Petersburg eintreffenden Nachrichten nnd die daraufhin von kompetenter Stelle erhaltnen Ratschläge unsre schönen Pläne über den Haufen zu werfen. Auf briefliche Verständigung angewiesen, einigten wir uns, anstatt über Petersburg, Moskau, Orenlmrg, Taschkent und