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Christentum und Kirche in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Mag nun der Gesetzentwurf unverändert angenommen werden oder im vorstehenden Sinne Abänderungen erleiden, soviel ist sicher, daß er eine bedeutende Entlastung des Platten Landes und eine stärkere Belastung der größern Städte zur Folge haben und demnach eine im ganzen und großen gerechtere Verteilung der Armenlasten herbeiführen wird.
Christentum und Kirche in Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft
(Schluß,
> roeltsch, der den ersten Band geschlossen hat, eröffnet den zweiten, der systematischen christlichen Theologie gewidmeten, mit einer Abhandlung über das „Wesen der Religion und der Religionswissenschaft". In der ersten, viel umfangreichern Arbeit hat er I uns entzückt als Meister in der Analyse und Verknüpfung kirchengeschichtlicher Erscheinungen und Vorgänge; die zweite, kleinere befriedigt weniger. Das liegt am Stoff, denn hier hatte er es nicht mit Tatsachen zu tun, sondern mit schwankenden und streitigen Begriffen, über die eine klare Entscheidung zu treffen schwierig und gefährlich ist, nachdem man den festen Boden der kirchlichen Autorität verlassen hat. In dem Streit zwischen dem Idealismus und den mancherlei Schattierungen des naturwissenschaftlichen Materialismus und Positivismus stellt sich Troeltsch entschieden auf die Seite des ersten. Im Schluß wird zugegeben, aber, was ich für einen Fehler halte, nicht ausdrücklich gesagt, daß es ohne einige Dogmen eine christliche Religion, die diesen Namen verdient, gar nicht geben könne. „Die Religion ist nie bloß die seelische Tätigkeit der Hervorbringung und Gestaltung des religiösen Glaubens; sie ist in alledem zugleich die Behauptung eines realen Objekts ihres Glaubens, der Gottesidee." Kürzer und deutlicher: Ein religiöser Glaube ist entweder Glaube an einen persönlichen Gott oder Unsinn. Die Gottesidee nötige den Denkenden, sie philosophisch zu behandeln, sodaß die religiösen Probleme immer in die metaphysischen übergehn. „Hierbei wird bei der heutigen Lage der Dinge die Hauptaufgabe die Behauptung eines die geistigen Vernunftwcrte im Weltgrund verankernden Idealismus gegen die alles verschlingenden naturphilosophischen Begriffe sein, die von dem Satze der Erhaltung des Stoffes und der Arbeit fder Energie^ als metaphysischer Prinzipien aus dem Idealismus nur übrig lassen wollen, was von ihnen aus möglich ist, und das ist bei einer konsequenten Durchführung so gut wie nichts. Des weitern wird ihr zweites Hauptproblem sein, in dem Verhältnis des Weltgrundes oder absoluten Bewußtseins zu seinen Teilinhalten oder den endlichen Geistern die Möglichkeit beständig neuer Anfänge und Wirklichkeiten zu behaupten sdas heißt unphilosophisch gesprochen: man muß das Geistige nicht für eine Begleiterscheinung des Nervenlebens, sondern sede Menschenseele für eine dem Leibe zugesellte Neuschöpfuug Gottes