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der Christenheit des eignen Heils gewiß zu werden, und die andre Idee, daß die Christenheit eine einzige große Gefolgschaft sein müsse und sei. Sicher haben sich auch von Anfang an sehr materielle Interessen der Herrschaft und des Handels eingemischt, aber sie haben auch hier ihre spaltende und erniedrigende Kraft bewiesen. Auch diese Ideale sind vergangen, aber die Nachwirkungen der Taten, zu denen sie begeisterten, haben die innere Entwicklung des Abendlandes auf Jahrhunderte bestimmt, und trotz allen Spaltungen in der Christenheit, die nicht die Religion, sondern die Theologie verschuldet hat, zeigt sich die christliche Kirche in der Mission noch heute als eine einige, zusammenwirkende Genossenschaft.
Um solche Ideale recht lebendig für das Volk zu machen, dazu bedarf es großer Persönlichkeiten, die sie vertreten und verkörpern. Es gehört zu den modernen Irrtümern, zu behaupten, die Verehrung großer Männer sei eine Verkehrtheit, denn die geschichtliche Entwicklung beruhe auf der Arbeit der Massen, und große Männer führten eben nur das aus, was diese bewußt oder unbewußt vorbereiteten und erstrebte«, aber sie machten nicht die Geschichte. Daß sich auch ein Genie von seiner Zeit nicht trennen kann und auf ihren Grundlagen und mit ihren Mitteln wirken muß, das ist eine recht alte Weisheit, aber die Tätigkeit der Massen schafft immer nur Voraussetzungen und Möglichkeiten; ob diese und wie und wann sie zu entscheidenden Taten führen, das häugt von großen, ihre Zeit nicht nur verstehenden, sondern ihr auch voraus denkenden Männern ab. Goethe und Schiller, Bismarck und Luther sind uns doch noch etwas ganz andres als der bloße Ausdruck ihrer Zeit. Auf der Betrachtung großer Männer, ihres Wesens und ihrer Taten vor allem, nicht auf der Aufstellung historischer Entwicklungsgesetze, die im übrigen ihre wissenschaftliche Berechtigung haben, aber das Rätsel der Persönlichkeit nicht erklären, also auch in sich nicht aufnehmen können, beruht der sittliche Wert des geschichtlichen Studiums. Und eben dieses führt mit zwingender Gewalt zu der Überzeugung von dem Werte der großen nationalen uud sittlichreligiösen Ideale gegenüber den erniedrigenden nnd spaltenden Sonderinteressen der Einzelnen und einzelner Kreise. Keinem Volte tut diese Überzeugung so bitter not wie heute dem deutschen. Vtto Naemmel
Die Festungen Europas
von B. Bruhns
>in Kapitel in der Geographie, das in auffallender Weise vernachlässigt wird, ist die Lehre von den Festungen. Gewöhnlich werden im Unterricht die Hauptstädte der einzeluen Länder, die wichtigsten Handelsstädte und die bedeutendsten Industriegebiete ! eingehend besprochen, aber die Festuugen werden nur nebenbei erwähnt. Auf deu Karte» sind sie durch die zackige Gestalt des Städteringes bezeichnet, auf bessern Karten werden auch häufig die eine große Festung um-