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Die Bedeutung des Adels für unsre Armee
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Der Zentralverband und die Sozialpolitik

Umgangsformen sind ein Kennzeichen guter Erziehung, man kann sie deshalb auch ganz besonders im Offizierkorps finden, und sie kontrastieren auf das vorteilhafteste mit der übertriebnen Förmlichkeit, wie sie sich häufig in Beamten­kreisen breit macht. Schon vor Jahren ist in den Grenzboten darauf hingewiesen worden, wie gekünstelt sich die studentischen Begrüßungsformen im Vergleich zu der zwanglosen kameradschaftlichen Art, wie sie bei Offizieren herrscht, aus-- nähmen. Wenn früher in dem preußischen Offizier eine gewisse Steifheit herrschte, so hat die Berührung mit den Süddeutschen diese seit dem Kriege 1870/71 jedenfalls sehr zurückgedrängt. Soldatische Straffheit im Wesen aber wird sich unser Offizierkorps hoffentlich für immer bewahren, dein: wohin saloppe Manieren führen, hat sich gerade letzthin in Rußland recht deutlich gezeigt.

Die sogenannten bevorzugten Regimenter haben an unsern empfindlichen Offizierverlusten in Südwestafrika einen reichen Anteil. Dort hat nicht nur die preußische Armee, sondern das gesamte deutsche Heer sein Kontingent ge­stellt, ein Gegensatz zwischen adlichen und bürgerlichen Offizieren aber ist nirgends zutage getreten. Wo in bevorzugten Stellen der Armee Angehörige alter Offizierfamilien standen, haben sie sich bisher immer bewährt, wie das völlig natürlich ist, denn auch in andern Berufen vererben sich ja die Fähigkeiten und Talente. Warum sollte es da im soldatischen Beruf anders sein? Die Armee darf niemals vergessen, daß sich ihre heutigen Offizierkorps nach den? Muster der adlichen von ehedem und jetzt geformt haben, und welche Ver­dienste sich der Adel um die Pflege ritterlichen Sinns, der wertvollsten Eigen­schaft unsers gesamten Offizierkorps, erworben hat. Ein solcher Sinn fehlt dem Offizierkorps der russischen Armee, er lebt in dem Slawen überhaupt nicht stark. Ein Blick auf Frankreich aber kann uns unbedingt nur darin be­stärken, die vornehme Gesinnung scharf zu betonen. Nur so wahren wir tue Einheit des Offizierkorps, die bei unserm westlichen Nachbar durch Aufnahme von Unteroffizieren und dnrch Parteinngen politischer und religiöser Natur gestört erscheint. Bei den ernsten Zeiten, in denen wir leben, kann der Wert eines einheitlichen Offizierkorps, dessen Wirken seiner ganzen Herkunft nnd Erziehung nach auf ideale Ziele gerichtet ist, uicht genug betont werden.

Der Jentralverband und die Sozialpolitik

(Schluß)

!N derselben Delegiertenversammlung (15. September 1833), die über die Unfallversicherung beriet, erklärte der Bürgermeister a. D> Russell, Mitinhaber der'Diskontogesellschaft, wenn die Wahlen dem Reichskanzler keine Mehrheit für seine Sozialpolitik gebracht ! Hütten, so sei daran die Industrie nicht schuld. Nein, meine Herren, die daran schnld sind, daß vernünftige Vorschläge »ich die Mehrheit im Reichstage finden können, sitzen nicht an dieser Stelle. Wir können