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Maßgebliches und Unmaßgebliches
das im voraus jede Empfindlichkeit unterdrücken wollte, vorbereitend fort: Leute in meinen Jahren haben das Recht, neugierig zu sein; ich habe mich Ihnen vorgestellt, wollen Sie sich nun nicht auch mir vorstellen?
Mein Name ist Maria Dolores von Zeil-Hohenstein, antwortete das junge Mädchen ebenfalls lächelnd.
Die Witwe des verstorbnen Lord Blcmchemain rang innerlich nach Lust, vermochte es aber, jedes äußerliche Anzeichen dieses Zustandes zu unterdrücken. Die Evastochter in ihr war aufs höchste erregt, die alte englische Dame von Welt aber neigte anmutig ihr Haupt und sagte mit unerschütterlicher Ruhe und Sicherheit: Wirklich? Dann sind Sie natürlich mit dem Fürsten verwandt?
Ich bin seine Schwester, erwiderte Maria Dolores, und als ob es in der Ordnung wäre, ihre Anwesenheit hier zu erklären, fügte sie hinzu: Ich bin hier zu Besuch bei meiner alten Erzieherin, der mein Bruder einen Flügel des Schlosses als Wohnung eingeräumt hat.
Lady Blcmchemain fächelte sich eifrig. Eine Müllerstochter! dachte sie und lachte über sich und John. Ich freue mich sehr, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben, sagte sie laut, und ich hoffe, daß wir uns heute nicht zum letztenmal gesehen haben. Ich glaube, ich muß jetzt schleunigst machen, daß ich nach Roecadoro zurückkomme! Würden Sie wohl die Güte haben, Herrn Blcmchemain meinen Abschiedssegen zu übermitteln, wenn Sie ihn wiedertreffen? O nein, nicht um die Welt möchte ich ihn wecken lassen! Besten Dank! Leben Sie wohl!
Und majestätisch und gewichtig, als ob er sich seiner Bedeutung bewußt wäre, rollte der stattliche Landauer davon.
(Fortsetzung folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Reichsspiegel. ^Die marokkanische Vergewaltigung und das Londoner Protokoll vom 18. Januar 1871. Die goldne Brücke von Algeciras und die Piepmeierei in der deutschen Presse. Bismarck über den Appell an die Furcht. Cumberland und kein Ende. Die Monarchie in Deutschland und die russisch redende Sozial demvkratie.)
Es soll Mächte geben, die die Anschauung vertreten und der deutschen Diplomatie gegenüber zum Ausdruck bringen, daß Deutschland mit dem Sturz des Herrn Delcasse' und dem Zusammentritt der Konferenz in Algeciras Erfolge erreicht habe, mit denen es reichlich zufrieden sein könne. Die deutsche Diplomatie habe deshalb nicht weiter nötig, Frankreich „auch noch auf der Konferenz" Schwierigkeiten zu machen, sondern sie solle, „wie allgemein erwartet werde," den friedlichen Dispositionen Europas Rechnung tragen. Deutschlands Diplomaten haben hoffentlich, wo immer ihnen eine solche Anschauung entgegengetreten sein mag, sie mit kaltem Lächeln aufgenommen und den fremden Staatsmännern geraten, ihre Wünsche doch in Paris vorzutragen sowie den ihnen zu Gebote stehenden Einfluß dort zn verwerten. Herr Delcassö ist doch nicht Deutschland zuliebe gefallen, sondern weil er sich anschickte, das englisch-französische Abkommen, das gegenüber der Madrider Konvention von 1830 völkerrechtlich ungiltig ist — wenigstens was die Konsequenzen anlangt, die Herr Delcasse' daraus gezogen hat —, mit Hilfe einer drohenden Politik und eines gegen Deutschland gerichteten Bündnisses durchzusetzen- Indem England und Frankreich ihre Unterschrift unter die Konvention voin April 1904 gesetzt haben, sind sie damit, soweit Marokko in Frage kommt, ihrer Unterschrift von 1880 untreu geworden und haben das gerade von England im