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Line Verspottung der radikalen Demokratie im Altertum
beiden zu untersuchen. In dem des Wursthändlers findet sich nichts mehr, sodaß dieser sagen kann:
Sieh, Väterchen, wie leer! Nichts blieb für mich.
In dem des Kleon finden sich jedoch noch allerhand gute Sachen, sodaß der Demos entrüstet ausruft:
Mir gab er wenig, viel nahm er für sich.
Damit ist das Schicksal Kleons besiegelt. Den Kranz, den er als Staatsbeamter trägt, muß er dem Wursthändler übergeben und nimmt mit den letzten Worten, die er auf der Bühne spricht, von diesem Symbole der Macht schmerzlichen Abschied:
Leb wohl, mein Kranz, von dem ich ungern scheide.
Voll Trauer geb ich heute dich zurück.
Der dich empfängt, er ist, zu meinem Leide,
Kein größrer Dieb, doch mehr bestrahlt vom Glück.
Der Chor begrüßt den Wursthändler als Sieger. Auf die Frage des Demos gibt er diesem seinen Namen an, Agorakritos, und begleitet ihn dann in das Haus, dessen Verwaltung er übernehmen soll.
Die Bühne wird leer. Nur der Chor bleibt in der Orchestra zurück und verspottet in der zweiten sogenannten Pcirabcise verschiedne einzelne Zeitgenossen des Dichters, die ihm wert schienen, in dieser Weise an den Pranger gestellt zu werden. Dann kehrt der Wursthändler auf die Bühne zurück. Dem Aristo- phanes konnte nichts daran liegen, in der Fabel als Schlußresultat zu zeigen, daß anstatt Kleons nun ein noch schlimmerer Demagoge den Staat lenke. Er wollte einen befriedigenden Abschluß geben und den Zuschauern das Ideal vor Augen stellen, dem vernünftige Staatsmänner zusteuern müßten, wenn die Bürger glücklich werden sollten. Da die alte Komödie überhaupt nicht darauf ausgeht, feste Charaktere zu zeichnen, und die einzige Absicht ist, daß die geschwungne Geißel die Stellen, auf die sie zielt, auch wirklich treffe, so hat der Dichter kein Bedenken getragen, hier am Schlüsse den Wursthändler zu verwandeln. Anstatt des gemeinen Markthelden sehen wir ihn als einen Ehrenmann aus der Zeit des Miltiades wiederkehren. Agorakritos, denn so wird er von jetzt an nur noch genannt, hat im Hause den Demos jung gekocht, sodaß dieser ebenfalls wieder der alte Marathonkämpfer geworden ist. Sogleich tritt er auch selbst hervor und wird vom Chöre in jubelnden Anapästen bewillkommnet:
Sei gegrüßt, o du Held von Marathons Flur! Dir, Herrscher von Hellas, gebühret der Ruhm. Es erfüllt uns mit Freude, dich würdig zu sehn Des herrlichen Siegs und des heiligen Athen.
Agorakritos zeigt dem Demos, wie kindisch und unverständig er noch vor kurzem gewesen. Dieser hat das Gefühl, als wäre ein böser Traum von ihm gewichen. Agorakritos ruft dann die Friedensnymphen hervor, die den Frieden zurückbringen sollen. Kleon hatte sie nach der Behauptung seines Gegners bisher versteckt, weil er unter den Kriegsunruhen seine Schelmereien besser ausführen konnte. Jetzt erscheinen sie vor dem Demos, der großes Gefallen an