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Wann endlich wird der Tierhalterparagraph geändert?
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Wann endlich wird der Tierhalterparagraph geändert?

von Vberla»d«sg"'ichtsr<it Richl in Hainin

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esetzbücher sind nach einem Ausspruche Bährs Ncchtsgedmiken, die man in Paragraphen eingesperrt hat. Was da aber in den Para­graphen 833 des Bürgerlichen Gesetzbuchs eingesperrt wurde, ist ein Untier, kein harmloser Quadrupes, der hin und wieder oontrg. nAwiÄm sui, Mnsris eine milde Pauperies anrichtet, sondern eine Kestm, die xroptsr imwraikin l^ritÄtsm nicht davor zurückschreckt, den Tier­halter mit Haut und Haaren zu verspeisen.

Oder ist es nicht grausam, den Bauer >nn Hans und Hof zu bringen, dessen in langsamem Schritt durch die Straßen Osnabrücks ziehenden Wagen­pferde einem sechsjährigen Knaben, der ihnen in kindlicher Unachtsamkeit unter die Hufe gelaufen war, die Schädeldecke durchtreten haben? Das Kind ist an­geblich infolge der Verletzung geistig nnd körperlich zurückgeblieben. Es trägt zum Schutze der verletzten Schädelstelle eine Alumiuiumplatte. Die Schul­behörde der Stadt Osnabrück verweigert wegen der Gefahr, der das Kind beim Spielen mit den Schulkameraden ausgesetzt ist, dessen Aufnahme in die Volks­schule. Es erhält deshalb seit fünf Jahren Privatstnnde. Der Baner soll nicht nur die Lehrerrechnung, die sich auf mehr als 1300 Mark beläuft, sondern auch «och die Kosten eines Begleiters, der den Knaben täglich in die Wohnung des Lehrers bringt und von dort wieder abholt, zahlen. Die bedeutenden Kur- und Pflegekosten hat er schon entrichtet. Was wird ihm erst abverlangt werde,', wenn das Kind in das Alter kommt, wo es Geld verdient haben würde? Der nicht versicherte Bauer ist sprachlos über das, was ihm angetan wird. (Reichs- gerichtseutscheidung Bd. 54, S. 407.)

Ob es dem größer» Bauer besser gehn wird, dessen junger Hengst einem Rittergutsbesitzer, der als Mitglied der Körungskommission an das Tier mit ewein Stockmnß herangetreten war, mit dem linken Vorderhufe ein Auge aus­geschlagen hat? Der Anspruch des Verletzten auf Zahlung einer jährlichen Rente von 4000 Mark ist schon in zwei Instanzen dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt worden. (Ein vom Oberlandesgericht Hamm entschiedner Rechtsstreit.) Noch in frischer Erinnerung ist das allgemeine Aufsehe», das die reichs-

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