Das Dichtergemüt
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legen, wo die Lohnarbeiter sämtlich von dem natürlichsten Arbeitsinstrument, dem Boden losgerissen, des Schutzes der körperschaftlichen Organisationen nnd der patriarchalischen Verfassung beraubt und in Sklaverei und Mittellosigkeit hinabgestoßen wurden, die Zeit, in der das Scheusal Pauperismus dem Wesen und dem Namen nach geboren wurde. Im vorletzten Abschnitt dieser Periode, 1660 bis 1760, war den Paupers eine Erholung gegönnt. Von den in auswärtigen Unternehmungen erworbnen Reichtümern sickerte ein kleiner Teil bis in die untersten Klassen durch, und die durch das Aufblühen der Industrie vermehrte Nachfrage nach Arbeitern hob den Lohn. Die verhältnismäßig befriedigende Lage der lavcmrins xoor in dieser Zeit erzeugte den Optimismus wohlwollender Nationalökonomen, den wir bei Adam Smith wahrnehmen.
(Schluß folgt)
Das Dichtergemüt
von Alfred Biese in Neuwieö
nsre Zeit wird viel gepriesen und viel verketzert. Es gibt kaum ein schmückendes oder schmähendes Beiwort, das ihr nicht beigelegt würde. Die einen, die, von der Lust zu leben getragen und von dem Stolz über die Errungenschaften der Technik, der Industrie, der Naturwissenschaften geschwellt, nur die funkelnde und schimmernde Oberfläche sehen, wissen nicht genug zu rühmen, wie herrlich weit wir es gebracht haben im Vergleich zu vergangnen Jahrhunderten. Die widern glauben, alle Poesie sei aus dem armen, nüchternen, prosaischen Leben geflohen, es gäbe nur noch eine Macht, und die heiße das Geld, nur einen Zweck des Daseins, und der heiße Genuß; und sie können moderne Dichter und Philosophen als Zeugen anrufen, die das Mitleid als Schwäche brandmarken und das Gemüt als einen Artikel hinstellen, der aus der Mode gekommen sei und seinen Kurswert verloren habe. Aber wenn wir auch uns 'ucht zu denen rechnen wollen, die griesgrämig und nörgelsüchtig alles, was der Gegenwart den Stempel gibt, bekritteln und verdammen, noch auch zu denen, die alles Moderne schön und unvergleichlich finden, zu leugnen ist das ^ue nicht, daß vor all der Unruhe und Hast und dem Jagen nach zeitlichen Gütern die Rnhe vielfach abhanden gekommen ist, die nun einmal unumgüng- ^ck> nötig ist zur Bildung klarer und echter Empfindungen und reiner und hoher Gedanken, die auch für das Wollen und Handeln keimkräftig wirken.
ist nicht zu leugnen, daß das Gemütsleben unsers Volkes trotz des äußern Glanzes der Kultur in den letzten Jahrzehnten keine Vertiefung und Ver- wnerlichung erfahren hat.
Ist nun aber das Dichtergemüt wirklich etwas so Fernliegendes, Fremdes Und Unbegreifliches für den gewöhnlichen Sterblichen? Wir alle haben doch Zeiten gehabt, wo sich etwas Dichterisches in uns regte; wir alle waren