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Eine Geschichte der englischen Lohnarbeiter
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(Line Geschichte der englischen Lohnarbeiter

m 11. Heft 1901 und im 32. Heft 1902 haben wir die ersten Lieferungen eines Werkes über die englischen Lohnarbeiter ange­kündigt, das der bekannte Schilderer englischen Lebens und eng­lischer Zustände, Gustav F. Steffen, begonnen habe. Nachdem jetzt das Werk vollständig erschienen ist, in drei zusammen reich­lich 1200 Seiten starken Bänden (unter dem Titel: Studien zur Geschichte der englischen Lohnarbeiter mit besondrer Berücksichtigung ihrer Lebens­haltung. Aus dem Schwedischen übersetzt von Margarete Langfeld. Stutt­gart, Hobbing und Buchte, 1901 bis 1905), müssen wir doch noch einmal etwas ausführlicher darauf zurückkommen; denn es ist richtig, was der Ver­fasser am Schlüsse sagt: „Tie Geschichte der englischen Lohnarbeiter ist zwar durch den Ausnahmecharakter des englischen Volkes und durch den Ausnahme- charcikter der englischen Wirtschaftsgeschichte uach dem siebzehnten Jahrhundert stark beeinflußt und deswegen nicht ohne weiteres als typisch zu betrachten. Sie enthält aber trotzdem allgemein vorbildliche Züge in großer Fülle." Wir haben schon gesagt, daß Steffen für die ältere Zeit die große Urkundensammlung von Thorold Rogers zugrunde legt, daß er aber die Schlüsse, die dieser Forscher aus den Urkunden gezogen hat, vielfach voreilig findet. Er nimmt noch anderweitige Aufschlüsse zu Hilfe, um den Dingen auf den Grund zu kommen, und bezeichnet genau die Punkte, über die man überhaupt keine voll- kommne Klarheit verbreiten kann. Das Bild, das wir selbst nach Rogers von den wechselnden Lagen und Gestaltungen der untern Stände in England ge­zeichnet haben, wird durch Steffens Ergebnisse in keinem wesentlichen Stücke geändert, aber in dankenswerter Weise ergänzt.

Sehr merkwürdig ist der Unterschied zwischen den englischen und den fran­zösischen Bauern im Mittelalter. Frankreich ist doch sicherlich fruchtbarer als England und hat noch dazu ein wärmeres Klima. Trotzdem (freilich macht gerade das wärmere Klima bedürfnisloser) haben sich die englischen Bauern einer viel höhern Lebenshaltung erfreut als die französischen. In einem der suinxtuar^ 1^8, dem von 1363, wird verordnet: „Knechte und Bediente bei Herrenleuten und bei Handwerksmeistern sollen täglich eine Mahlzeit von Fleisch oder Fisch und Buttermilch nebst Butter und Käse oder andre ihrem Stande angemessene Nahrungsmittel bekommen; und sie sollen zu Wams und Hosen Tuch haben, von dem das ganze Stück nicht mehr als zwei Mark kosten darf (die Mark galt damals 160 Pence), und sie dürfen nichts Seidenes tragen, wie auch lein silber- und goldgesticktes Kleidungsstück, und dasselbe soll für die Kleidung und den Putz ihrer Frauen und Kinder gelten." Die Ver­ordnung wnrde selbstverständlich so wenig befolgt wie irgendeine andre obrig-