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Mein Freund prospero
würde. Das Erstarken der Demokratie: das ist die Bedeutung des 17. Januar. Wenn man sich der Straßenunruhen beim Einzüge Loubets vor sieben Jahren und beim Leichenbegängnis Felix Faures erinnert und die letzten Tage hier in Paris durchgemacht hat, wird man den Fortschritt ermessen können, den die Republik gemacht hat. Beide Kandidaten, die sich diesesmal in Versailles gegenüberstanden, waren radikale Republikaner, denn der Zulauf, den Doumer von der Rechten erhalten hatte, war nicht durch die Hoffnung der Monarchisten veranlaßt, Doumer könne zu einem Staatsstreich die Hand bieten, sondern nur ein Manöver parlamentarischer Taktik, um den Günstling des Bloc zu beseitigen. Die Ruhe, mit der die Volksvertretung den Übergang der Exekutivgewalt auf einen neuen Staatschef beschlossen hat, kann auf keinen unbefangnen Beobachter ohne Eindruck bleiben, und die Genugtuung der Republikaner ist begreiflich. Das ganze Land hat in lebhaften Kundgebungen die Wahl von Versailles gebilligt, ja auch die Gegner Fallieres beeilen sich, zu erklären, daß sie nichts gegen die Person des neuen Präsidenten einzuwenden haben, für den die Sympathien in allen Kreisen offenbar im Wachsen sind. Der schlichte Kleinbürgersohn aus Mezin wird die Vorurteile unsrer republikanischen goldnen Jugend, die ihn spottend einen „Loubet ohne Hosenträger" nennt, zuschanden mache». Fallieres kann durch seinen Namen bei den nächsten Wahlen eine starke Mehrheit seiner Negierung verschaffen, wenn er dafür sorgt, daß Nückfälle in die kleinliche, vcrfolgungssüchtige und gewaltsame Art von Combes und Pelletan vermieden werden.
. Von neuem haben wir gesehen, daß das französische Volk Ruhe habeu will, Ruhe und Versöhnlichkeit im Innern, Ruhe und Frieden nach außen. Diese Wünsche vermag ein wohlwollender und ehrlicher Staatsmann leicht zu erfüllen, auch wenn er kein Genie ist, und wir hoffen, daß es dem neuen Präsidenten der französischen Republik beschieden sein möge, Frankreich während der nächsten sieben Jahre in friedlicher Arbeit und ruhigem Fortschritt den wahren und guten Idealen seines Volks entgegenzuführen, mit dem wir uns oft genug haben raufen müssen, das wir aber in Wahrheit niemals gehaßt haben, und mit dem wir, soweit es an uus liegt, in aufrichtiger und herzlicher Freundschaft leben »vollen.
Paris oU^-^Äi'F ^! Franz lVug?
Nein Freund prospero
von Henry Harland (Forlsetzung)
> n der Mitte der Steineichenallee, die vom Schloß zum Hauptcingang des Gartens führte, kauerte Annunziata in ihrer grauen, peplum- artigen Schürze, mit ihren über die Schultern wallenden Locken, in dem Winkel einer Marmorbank und betrachtete niit lebhaftem Interesse eine weiße Blume, die auf ihrem Schoße lag. Es war die wärmste !und friedlichste Zeit des Nachmittags. Die Sonne schien heiß; kein Blättchen rührte sich, kein Schatten zitterte, und das zuweilen ertönende Pfeifen einer Amsel irgendwo in der grünen Blätterwelt da oben schien nur der Stille -nnen fröhlichen Rhythmus zu geben.