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Sozialistische Einbruchsversuche in das italienische Heer :
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Streber

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Im übrigen bereitet die Negierung einen Gesetzentwurf vor, wonach in Zu­kunft die Rekruten während des ganzen Gestellungstages unter den Militär­gesetzen stehn sollen.

Der Kampf tobt fort, und es ist erfreulich, zu sehen, wie sich der gesunde Sinn des italienischen Volkes endlich gegen das Getreibe der Antimilitarismen auflehnt. Der Sieg der Gegenströmung kann eintreten, wenn der durch allzu dreistes Sichvorwagen der Antimilitaristen entzündete Grimm vorhält und sich nicht als Strohfeuer erweist. Unangenehm war es den Sozialisten, daß vor kurzem die republikanische Partei erklärte, sie sei nicht gewillt, die antimili­taristische Hetze mitzumachen. In deutschen Blättern wurde das als volle Ab­sage angesehen, während sich die Republikaner in Wirklichkeit nur gegen die von den Sozialisten beliebte Form der antimilitaristischen Agitation wandten, und der Antimilitarismus selbst nach wie vor auf ihrem Parteiprogramm steht. Bisher haben die Einbruchsversuche in das Heer keinen nennenswerten Erfolg gehabt, aber es muß doch verzeichnet werden, daß die Arbeit der Antimilitaristen nicht ganz vergeblich war. Es wird von Interesse sein, diese Dinge im Auge zu behalten. Wenn Blätter der italienischen Ordnungsparteien den gegen­wärtigen Stand der Dinge als eiu kalUnikiito clsl anriiNilitarisin» bezeichnen, so gehn sie viel zu weit.

Nach Abschluß dieser Arbeit gab das Kabinett Fortis (knrz vor Weihnachten) seine Entlassung; in das neue, vou demselben Ministerpräsidenten gebildete Kabinett wurde Generalleutnant Pedotti, trotzdem daß bis zum letzten Augenblick das Gegenteil versichert wurde, nicht aufgenommen. Wie es heißt, hat Fortis ihn der äußersten Linken geopfert. Wie sich der Nachfolger Pedottis, General Majnoni d'Jntignano, zum Kampf gegen den Svzialismus stellen wird, ist noch nicht abzusehen.

Streber

von Lduard Hilde br an dt

n der ganzen Schöpfung herrscht das Gesetz, daß das Gute nur durch große Anstrengung, durch fortwährenden Kampf gegen feindliche Kräfte zur Herrschaft gelangen kann. Was das Volks­leben anlangt, so vergrößert sich hier die Schwierigkeit mit dem Steigen der Knltur. Der Gegenstand und die Formen des un­aufhörlichen Kampfes sind zwar unendlich verschieden, das Grundgesetz aber und das Gesamtbild bleiben immer dieselben. Die folgenden Zeilen behandeln nur ein beschränktes Gebiet, aber ans diesem ist der Widerstand gegen das Gute besonders heftig geworden. Sie behandeln den dauernden Kampf zwischen den Strebenden im guten Sinne, die das Allgemeinwohl auf ihre Fahne schreiben, und den Strebenden in schlimmer Bedeutung, deren Tätigkeit nur auf 'hr persönliches Interesse gerichtet ist. Diese entartete Klasse von Menschen w,rd der Unterscheidung wegen gewöhnlich als die der Streber bezeichnet. Sie Grenzboten I 190K 23