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Mein Freund Prospcro
erhoben zu sehen, der Wohl schon während der ganzen vorhergehenden Jahre für den Vater die Advokatnrgeschäfte besorgt hatte. Über die letzten Lebensjahre des alten Michael Vütner finden sich nur spärliche Nachrichten. Er starb am 4. Mai 1677 zu Sellenstedt.
Die vorstehende Lebensbeschreibung Michael I. Bütners dürfte in dem Zusammenhange, wie sie hier erzählt wird, für sich selbst sprechen und reflektierender Betrachtungen nicht bedürfen. Bei dem in ihr zum Ausdruck kommenden Charakter, den Geistesgaben und Fähigkeiten des Mannes wird man kühn behaupten können, daß sie in ihren Grundzügen geradezu ein Spiegelbild darstellt des Lebenslaufes Otto von Bismarcks, daß sie einen Hinweis auf diesen bietet. Die Übereinstimmung ist in einer Menge von Einzelheiten wie im Gesamtbilde geradezu erstaunlich. Ist dem aber so, so steht man vor einem wunderbaren Fall von Atavismus, von einer sprungweisen Vererbung von Männern auf Männer durch die Vermittlung von Töchtern und Enkelinnen.
Daß dabei auch das Auftreten starken „Ahnenverlustes" nachgewiesen werden konnte, ist ein bedeutender Beleg dafür, daß die von Ottokar Lorenz in seinem „Lehrbuch der gesamten wissenschaftlichen Genealogie" vorgetragne, von mir durch eine ausführliche Einzeluntersuchung an dem Beispiel der „Degeneration der spanischen Habsburger" (Archiv für Psychiatrie, 35. Bd., Z.Heft, S. 787 ff.) bestätigte Ansicht richtig ist, durch das Zusammentreffen gleichartiger Vererbungsmassen werde die Intensität der Vererbung gesteigert. Die vorstehende Betrachtung liefert ein seltenes Beweisstück für diesen Satz: Luise Maria Mitten, die Ahnmutter des großen Kanzlers.
Mein Freund prospero
von Henry Harland (Fortsetzung)
Zweiter Teil
iemlich früh am nächsten Morgen wandelte John unter den Olivenbäumen dahin. Er hatte sich direkt vom Bett aus in möglichst einfacher Toilette zum Schwimmen begeben und war in einen mit riesigen Perlmutterknöpfen verzierten Friesulster gehüllt; an den Füßen schlappten ein Paar türkische Pantoffeln, und über die Schulter hing ihm ein Badetuch; als Kopfbedeckung trug er nichts als seinen ungekämmten Schöpf. Eine halbe Meile flußaufwärts hatte er ein zum Schwimmen vorzüglich geeignetes Becken entdeckt, wo sich der launische, bald seichte bald reißende Rampio kurze Rast vergönnte und mit seinem durchsichtig klaren, kühlen Wasser zum Baden lockte. Jetzt schlenderte er behaglich nach Hause, der Pfarre zu, wo ihn das erwartete, was man dortzulande unter „Frühstück" zu ver- stehn pflegt.
Vom Flußufer stieg das Gelände in unregelmäßigen, von Steinmauern gestützten Terrassen empor. Die knorrigen alten Bäume neigten und beugten sich vor- und rückwärts wie Zwerge und Krüppel, die ein phantastisches Menuett