Wallace über Rußland
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visten ihre Unzufriedenheit durch das beliebte Kampfmittel der Sozialisten, Massenkundgebungen, bei denen es freilich auch hie und da zu den Rufen kam: „Nach Hause, nach Hause!" „Nieder mit den unproduktiven Ausgaben!" usw. Solcher „Demonstrationen" gab es am 16., 17., 18. und 19. November 1904 am Abend zur Ausgehzeit fast in allen größern italienischen Garnisonen, und wenn es auch, von ganz vereinzelten Füllen abgesehen, nur zu passivem Widerstande (gegen den Befehl, sofort auseinanderzugchn) kam, so scheint mir die hinterher abgegebne Versicherung des Kriegsministers (im Senat am 7. Dezember), mit der Mannszucht im Heere stehe es vorzüglich, doch recht anfechtbar. Offenbar handelte es sich im ganzen Lande um ein planmäßiges, durch antimilitaristische Hetzer veranlaßtes Vorgehn. Als die Einbeorderung des Jahrgangs 1880 erfolgte, schäumte die sozialistische Presse auf; der ^.v-uiti nannte sie eine „feige Handlung" der Regierung!
In Perugia kam es denn auch, während sich im übrigen die Entlassung am 15. Dezember glatt vollzog/1 Zu einem häßlichen Vorgang. Mit einer Anzahl roter Genossen versammelten sich am Vorabend der Entlassung achtzig Reservisten, wobei blutrünstige Reden gehalten und eine phrasenreiche Resolution gefaßt wurde. Ein nicht unbedenkliches Symptom.
Der Enderfolg des ganzen Treibens war: der für eine rasche Mobilmachung so wichtige Gedanke territorialer Rekrutierung und fester Garnisonen (beides bei uns vorhanden) rückte in weite Ferne; die — auch für die Kriegsbereitschaft gefährliche — Zeit der Mindeststürke wurde abgekürzt, indem schon gleich für den Jahrgang 1884 die Einstellung von März 1885 auf die Jahreswende zurückvcrlegt wurde; Jahrgang 1885 wurde dann schon in der zweiten Hälfte des Novembers 1905 eingestellt. Auch hier bewies sich die antimilitaristische Hetzarbeit wieder als ein Teil der Kraft, die nur das Böse will und stets das Gute schafft. ^„l-rn
(Schluß folgt)
Wallace über Rußland
>ir Donald Mackenzie Wallace hat Nußland von Anfang 1870 bis Ende 1875. also sechs Jahre lang bereist. Nur einen kleinen Teil dieser Zeit hat er in den großen Städten zugebracht. Er hat sich auf Monate bei einem Dorfpopen einquartiert, zunächst, lum ordentlich Russisch sprechen zu lernen. Denn, sagt er, in St. Petersburg lernt man das nicht, wenn man „das Unglück" hat, Deutsch, Englisch oder Französisch zu können, welcher Sprachen alle Gebildeten und das Hotelpersonal mächtig sind; man muß also eine Umgebung aufsuchen, in der niemand fremde Sprachen versteht und spricht. Dann hat er die Gast-
Wieder am 12. Dezember versuchte die sozialistische IWIis. ä«I r>oxoto Brandstoff unter die Reservisten zu schleudern, indem sie die Nachricht verbreitete, der Kriegsminister habe im letzten Augenblick den Entlnssungsbefehl suspendiert.