Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Das lächelnde junge Mädchen in dem in der Sonne glänzenden lila Kleid schritt langsam den Gartenweg hinab und ans den Kreuzgang zu, wo sie verschwand. Statt sich hinter ihr her zu machen, blieb John beobachtend au der Seite seiner Ratgeberin stehn.
Sie ist dort drüben rechts aus dem niedrigen Torweg gekommen, dort, wo die zwei Zypressen stehn, uud sie erschien, als meine Beschwörung ihren Höhepunkt erreicht hatte, berichtete die Lady. Da sie ohne Hut war, wirst du kaum die Wahrscheinlichkeit bestreiteu wollen, daß sie im Hause wohnt.
Nein, es scheiut wirklich so, gab John zu. Ich stehe vor einem Rätsel.
Der Garten sieht ganz düster und leer aus, seit sie ihn verlassen hat; findest du nicht auch? fragte sie. Und doch schien er hübsch genug, ehe sie kam. Und sieh mal die Eidechseu — vier sind es, scheint mir —, die bei ihrem Kommen von der Sonnenuhr weghuschten, kommen jetzt zurück. Na, was du zu tun hast, ist klar. Vermutlich wäre es dir nicht möglich, einer armen alten Frau eine Tasse Tee zu geben?
Ich war im Begriff, dies vorzuschlagen, sagte John. Erlaube, daß ich dich in meine Wohnung führe. Fortsetzung folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Neichsspiegel. Das Zustandekommen der Konferenz von Algeciras ist ein Verdienst der deutschen Politik, die damit die Marokkofrage wieder ans den internationalen Rechtsboden zurückverlegt hat, von dem sie durch die Begehrlichkeit Frankreichs beinahe verdrängt worden war. Deutschland hat sich dabei weder durch anti- französische noch durch kriegerische Velleitäten bestimmen lassen. Es ist im Gegenteil der offensiven französischen Politik gegenüber in der Defensive geblieben, in der Verteidigung seines eignen Rechts sowie des Rechts und der Interessen aller Signatare der Konvention von 1880. Damit ist Deutschlands Stellung völlig unanfechtbar. Die Frage aber, weshalb sich gerade Deutschland zum Führer dieser Defensive auf die Gefahr hin gemacht hat, dadurch einen deutsch-französischen Juteressenkonflikt und schließlich vielleicht einen Krieg von den größten Dimensionen hervorzurufen, wird einfach dadurch beantwortet, daß Frankreich Marokko für srau- zösische Interessen monopolisieren, es „tunisifizieren" wollte, Deutschland aber die Pflicht hat, um seiner alljährlich um eine Million Köpfe wachsenden Bevölkerung willen unserm Handel und unsrer Industrie jede heute noch offne Tür auch serner offen zu erhalteu. Außerdem war es mit der Würde des Deutscheu Reichs unvereinbar, daß über seine vertragsmäßigen Rechte durch französisch-englische und versuchte französischmarokkanische Abmachungen einfach hinweggegangen wurde. Hätte sich Deutschland gegenüber diesem ersten Versuche auf eine Politik des mutigen Zurückweicheus beschränkt, so hätte es damit seine Stellung als Großmacht von selbst aufgegeben und wäre in die Reihe der Mächte zweiten Ranges zurückgetreten. Es wäre das ein Verlassen der Pflichten gewesen, die Preußen uud Deutschland durch Königgrätz und Sedcin überkommen sind, der erste, nachträglich gar nicht wieder zu reparierende Schritt zur Preisgebuug eines großen Erbes, der vor der Nation und vor der Geschichte, vor dem Gewissen der leiteudeu Persönlichkeiten nicht hätte gerechtfertigt werden können. Es gab da eben keine andre Wahl als die, der Bismarckischen Tradition zu folgen und „den Fuß beim Mal zu halteu."
In der Presse des In- und des Auslandes scheint nun aber vielfach die Meinung zu herrschen, daß sich Deutschland an dem durch Zusammentritt der Konferenz erreichten unzweifelhaften diplomatischen Erfolge genügen lassen und hinter diesem Vorhang bereit seiu werde, Frankreich am Konferenztisch zu Algeciras