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Frankreich vor den Mahlen
russischen Revolution noch werde» wird, ob sie nicht gar zu ciuer Auslösung des Nieseureichs, zu einer faktischen Ablösung wenigstens seiner Grenzlande führen und wie eine solche auf unsre eignen Verhältnisse einwirken würde. Nur das Zarentum bietet dort noch einen festen Halt, und nur eine eiserne Fnnst, die zugleich der wüsten Anarchie ein Ende macht und die vcrsprochnen Reformen ehrlich durchführt, kann das Ärgste und damit deu alles erschütterndcu Zu- sammcubruch einer Großmacht, der ganz Europa und Asien in Mitleidenschaft ziehn würde, verhindern. Und da sollte sich Westeuropa selbst zerfleischen?
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Frankreich vor den Wahlen
nfcmg Januar finden Neuwahlen für hundert verfassungsmäßig cinsscheidcude Senatoren statt, und die französische Erste Kammer wird dadurch in ihrem dritten Teil umgestaltet. Gleich darauf tritt die Nationalversammlung zusammen, um der Republik einen neue» Präsidenten zu geben. Im Mai folgen die allgemeinen Wahlen für das Hans der Abgeordneten. Eine solche Neuschaffung der gesetzgebenden Gewalten und der Leitung der Exekutive innerhalb weniger Monate ist gewiß als ein Ereignis von größter Bedeutung für das staatliche Leben zu betrachten, und rein äußerlich genommen haben die Leitartikelschreiber wohl recht, wenn sie von der bevorstehenden Wiedergeburt des politischen Frankreichs, von der nahenden „Weltwendc" sprechen. Die Wahlbeweguug, die jetzt beginnt und nun ziemlich ununterbrochen vierundeinhnlb Monate dauern wird, rüttelt und schüttelt sicher die Bestandteile der Nation auf, die sich gewerbs- oder gewohnheitsmäßig oder auch aus staatsbürgerlichem Pflichtbewußtsein oder schließlich aus Liebhaberei mit der Politik beschäftigen. Daß aber die ganze Haupt- und Staatsaktion ein neues, das heißt besseres und gesünderes Frankreich schaffen wird, vermag nnr ein unverbesserlicher Optimist oder jemand anzunehmen, der die französischen Verhältnisse nicht kennt, oder der sich selbst und andern etwas vormachen will. Eben so sicher wie nns die Parteiblätter nach dem Ausgaug der Wahlen je nach ihrer Farbe die Morgenröte der wahren Republik oder die schwarze Nacht uurettbaren Verfalls verkünden werden, eben so sicher glauben wir selbst als unbefangne Beobachter, daß alle diese Prophezeiungen Blague siud und bleiben werden, uud daß wir im Mai einen Senat und eine Deputiertcntammer vor uns sehen werden, die sich weder zu ihrem Vorteil noch zu ihrem Nachteil sonderlich von der gegenwärtigen Volksvertretung nnterscheiden. Wie sollte es auch anders sein? Dieselben Kräfte arbeiten morgen in der französischen Staatsmaschinerie, die heute darin arbeiten, und die vor vier Jahren darin gearbeitet haben. Ein oder zwei Dutzend Sozialisten mehr, ein oder zwei Dutzend Radikale weniger, eine Stärkung oder eine Schwächung der Mitte oder der Rechten, das sind Fragen, die für den praktischen Staatsmann, der mit dem Parlament und