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Kant und die Musik
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Herrenmenschen

Diese dienen einer höhern Kunst als bloß verzierende Hilfsmittel, und der Vergleich müßte sich auf jene beziehen; es ist natürlich keine andre als die Architektur. Diese ist denn auch in der Tat bei Nägeli schon in diesem Sinne angeführt; der Vergleich der Tonkunst mit ihr war früher überhaupt beliebt und ist mit Unrecht in Mißkredit gekommen. Aufgabe einer zukünftigen Musikästhetik wird es sein, die Affektenlehre mit der formalistischen in richtiger Weise zu verbinden. _ , Rarl Nef

Herrenmenschen

Roman von Fritz Anders (Max Allihn) ^. Lr soll dein Herr sein

!antchen machte eine sorgenvolle Miene, Tantchen war in lebhafter Unruhe, Tantchen rang, wenn sie allein war, die Hände. An jenem bösen Schacktarptage und in der Nacht darauf hatte sie nicht mit den Augen gezuckt und die Pein der Ungewißheit mit Heldenmut ertragen. Sie war ganz still in ihre Kammer gegangen und hatte Ida das Vertrauen zu ihrem himmlischen Vater, ohne den kein Sperling vom Dache fällt, und der einen Menschen wie den Doktor nicht mir nichts dir nichts ertrinken läßt, wiedergewonnen. Sie hatte Wolf, der mit großen Augen und geballten Fäusten umherging und Groppoff für alles Unglück verantwortlich machte, beschwichtigt, hatte dafür gesorgt, daß der Herr Kandidat zur rechten Zeit seinen Kaffee kriegte, und daß Schwechting, der selbst die Nachricht von dem Unglück gebracht hatte, trockne Strümpfe anzog, und war dann zu Groppoff gegangen, um sich zu erkundigen, was man zur Rettung des Doktors und der Fischer getan habe. Tantchen konnte auch zu Groppoff gehn, denn sie hatte keinen Feind, auch Groppoff war kein Feind von ihr. Der Herr Amtshauptmann war sehr kühl gewesen und hatte die ganze Sache als Bagatelle angesehen. Es seien schon oft Fischer mit dem Eise abgeschwommen, aber es sei noch nie ein Unglück passiert. Auch werde schon ein Boot aus dem Eise gehauen, um sie wieder hereinzuholen. — Aber es sei doch Nebel, und das Eis sei morsch, hatte Tantchen eingewandt. — Das mache nichts.

Als Tautchen das Amt verließ, war sie auf Eva getroffen, die reisefertig damit beschäftigt war, ein Pferd vor den Jagdwagen ihres Vaters zu spannen. Eva! hatte Tantchen gerufen, wo willst du hin?

Am Strande herum nach Raster Ort. Dort muß die Scholle antreiben, und dort muß ihm ein Zeichen gegeben werden. Aber du kaunst doch nicht allein fahren!

Wer soll mir etwas tun? hatte Eva mit sorglosem Stolze geantwortet. Nein nein, hatte Tantchen erwidert, das geht nicht. Schwechting, tun Sie mir die Liebe und fahren Sie mit.

Und so war Schwechting mitgefahren.

Am andern Morgen war der Doktor, zwar etwas übernächtig und in einem Anzüge, dem man die Eis- und die Landpartie ansah, aber vergnügt und zufrieden angekommen, als habe es sich nm einen etwas lang geratnen Jagdausflug gehandelt. Dann hatte er sich ein paar Stunden niedergelegt, und am Nachmittag sah Eva vom Pferde aus durchs Fenster. Sie war sorgfältiger gekleidet als sonst und sah prachtvoll aus, keck und siegesgewiß wie sonst, aber freudiger und glücklicher als sonst. Der Doktor eilte hinaus, hob sie vom Pferde und führte sie wie eine Prinzessin ins Haus.