Ztrindberg
23
Dieselbe Wurzel -öde wie in Ebenode, Ebinod tritt uns entgegen in dem Namen des zwei Stunden nordwestlich von Ebmath liegenden Dorfes Dröda, 1279 urkundlich „zue der Oede." Daß die meisten unsrer Ortsbezeichnungen ursprünglich Dative sind, oft mit Präposition, dafür liefern außer Dröda noch einige Ortsnamen meiner Heimat den Beweis. Unser Pfarrdorf Eichigt heißt im Volks - munde Möglich oder Mäglet,*) d, i. im Eichenwald, im Eichigt. Meßbach bei Planen, d. i. im Espich. M'r gänge no „die" Pöstleiten: nach Pabstleithen, einem Dorf bei Ebmath. Untereichigt heißt im Volksmunde noch heute „das Loch," wie in der Urkunde vom Jahre 1328 „zue dem Loche." In den ältern Körnerausgabeu ist ein Brief Theodor Körners aus dem Jahre 1813 datiert „im Biwak vor Auhigt zwischen Plauen und Hof" statt „Eichigt." Körner hatte wohl Aichigt geschrieben mit fehlendem oder undeutlichem I-Punkt, und so ist durch einen Lesefehler Auhigt entstanden. Unter der schönen alten Pfarrlinde, unter der der junge Freiheitssänger und Held nach der Überlieferung damals gesessen hat, habe ich in meiner Jugend mit den mir befreundeten Söhnen des Pfarrers und des Kautors so manches fröhliche Spiel gespielt.
Die Dörfer in der nähern Umgebung von Ebmath sind deutschen Ursprungs: Eichigt, Bergen, Gettengrün (Grün eines Getto: 1295), das Kruckenhaus bei Obertriebel („die Höllkrucken"), Haselrain, Grünpöhl und Höllensteg, Tiefenbrunn mit den Ortsteilen Oberwieden, Unterwieden, Birkigt, Kugelreuth, Gräben im Tal, Hammerleithen und Stockhaus, Pabstleithen, Burkhardtsgrün, Neubram- bach, Süßebach, Sachsgrün, Hasenreuth, Loddeureuth, Weidigt, Freiberg, das bayrische Faßmannsreuth, vielleicht auch Triebel bei Ebmath. Auch die benachbarten böhmischen Orte haben deutsche Namen: Roßbach, Gottmannsgrün mit dem. Kaiserhammer, Kirchbrünnlem, Ziegenrück, Neuberg, Krugsreuth, Steinvöhl, Thonbrunn, Grün, Pfanncnstiel, Rommersreuth, Ottengrün, Steingrün, Frieders- reuth, Wernersreuth u. a. Eine Stunde westlich von Ebmath beginnen die Orte mit slawischen Namen: Prex, Nentzschau, Raitzschin, Trogenau, Regnitz- Losau; vielleicht ist auch das sächsische Grenzdorf Posseck („die Possig") slawischen Ursprungs. Schluß folgt)
Htrindberg
I on Strindberg hatte ich bis vor kurzem nur einige Kleinigkeiten gelesen, die ich in Zeitschriften fand. Aus Zeitungsberichten hatte ich erfahren, daß er Weiberfeind sei und seit einigen Jahren daran arbeite, die Chemie im Sinne der Alchemisten zu reformieren. Jetzt erscheint nun bei Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig eine deutsche Gesamtausgabe seiner Schriften, unter Mitwirkung von Emil Schering vom Verfasser selbst veranstaltet. Schering fügt der
Dns a, hier und im folgenden von mir als „ä" bezeichnet, ist zwischen ä und a zu
sprechen.