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Hangobardische Zieste in Lividate
an Gemeinden nicht immer für mehrere anstatt nur für ein Jahr bewilligen könnten, ob die Beamten, die ein Dienstaversum beziehn, dieses nicht ebenso wie ihren Gehalt vierteljährlich anstatt monatlich bekommen, und ob die vielen weitläufigen Bescheinigungen, die die Oberrechnungskammer fordert, nicht eine wesentliche Einschränkung erfahren dürften.
Langobardische Reste in (Lividale
von F. Biehringer
ieblich an sanft gerundete Grashügel angeschmiegt, deren weiche Linien sich nach Norden zu in spitz ansteigende, waldbedeckte Höhen- züge verlieren, über deuen fern am Horizont in lang sich hinziehender, unuuterbrochuer Bergkette das jäh aufragende, schroffe Gestein der Venezianer Alpen zum Vorschein kommt, erhebt sich im blühenden, rebenumsponnenen Gelände Cividale, die ehemalige Hauptstadt Friauls und die Geburtsstätte des Paulus Diakonus, des Geschichtschreibers der Langobarden. Ein Hauch träumerischer Beschaulichkeit lagert über dem fern von der großen Heerstraße liegenden, nnr durch eine Zweigbahn mit Udine verbundncn Orte. Öde und menschenleer erscheinen die engen, sauber gehaltnen Straßen, auf deren Pflaster laut der Schritt des rasch Dahineilenden hallt, während oben an den mit grünen Läden geschmückten, einstöckigen Häuserreihen manchmal flüchtig der Schatten einer Gestalt hinhuscht, oder sich wohl auch mit leisem Knarren ein Fenster öffnet und neugierige, verwunderte Blicke dem Fremdling folgen, der sich in diese Weltabgeschiedenheit verliert. Denn Cividale nimmt unter den vielen Kunststätten der apenninischen Halbinsel, die durch ihre Denkmäler aus dem Altertum oder den glänzenden Tagen der Renaissance alljährlich das sehnsüchtig erstrebte Ziel zahlloser Pilgcrscharen sind, nur eine sehr untergeordnete Stellung ein. Aber dieser bescheiden hindämmernde Ort birgt doch einen Schatz in sich, der ihm zwar nicht die flüchtige Beachtung der großen Menge, wohl aber das bleibende Interesse der Leute sichert, die Kunstwerke nicht an sich, sondern im Rahmen ihrer Zeit als den Ausdruck einer bestimmten Stufe in der Kulturentwicklung betrachten. Es haben sich ja hier die einzigen beglaubigten Skulpturüberreste des deutschen Stammes erhalten, der bei seinem Einfall in italienisches Gebiet rücksichtsloser als irgendein andres germanisches Volk hauste, dort in wilder ungezügelter Naturkraft die letzten antiken Überlieferungen über deu Haufeu warf und mit beispielloser Zähigkeit an den Sitten und Gewohuheiten der Altvordern festhaltend während zwei Jahrhunderten Italien beherrschte, bis das durch äußere und innere Kämpfe zerrüttete Reich unter der Hand eines Stärkern in Trümmer ging.
Allerdings wäre es verfehlt, Cividale mit der Voraussetzung zn betreten, hier eine Stadt, die der Schöpfung des großen Ostgotcnkönigs zur Seite z« stellen wäre, ei» Klein-Navenna zu finde». Au Bildung und Gesittung standen