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Bildiche Redensarten in Gottfrieds Tristan
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Bildliche Redensarten in Gottfrieds Tristan

on den großen deutschen Epikern der Stauferzeit genießt mit Recht allein Wolfram von Eschenbach den Ruf eines eigentlichen Bilder­jägers. Seine zahlreichen bildlichen Wendungen sind am origi­nellsten erfunden, er spannt die kühnsten Gleichniswendungen vor, fliegende, schnelle Beispiele," wie er selbst sagt; aus dem Bereich der mittelalterlichen Vorstellungswelt sind sie bisweilen kapriolierend von so weit her zusammengeholt, wie es aus dem größern der modernen ähnlich nur Jean Paul gewagt hat. Gottfried von Straßburg bedient sich im Tristan überhaupt keiner eben bilderreichen Sprache; seine Worte fließen schnell und klar vorbei, nnd seine Bilder schließen sich durchweg an das an, was im Volksmund allgemein gebräuchlich war, wenn sie es auch immer frisch und oft neu in der Form herausbringen. Er hält sich nicht bei seinen Bildern auf, uud auch für den Leser sind sie keine Hindernisse, über die man mit besondrer Anspannung setzen müßte, sondern gleichen kurzen Lichtpunkten auf dem Flusse der Dar­stellung, an denen der Sinn des Lesers rasch erfreut vorübergleitet. Die meisten seiner Bilder sind, wie ja auch noch die heutigen im Volksmunde, von menschlichen Verhältnissen und vom Körper des Menschen genommen. Wir er­zählen vor einem Erwachsnen, den seelischer Schmerz bis zu hellen Tränen überwältigt hat: er weinte wie ein Kind. Ebenso Gottfried, als er den ge­treuen Nual den Tod von Tristans Eltern berichten läßt:

Damit ging den getreuen Mann So inniglicher Jammer an, Wie er wohl bescheinte, Denn er saß und weinte, Als ob er ein Kind wäre.

Wie hübsch dabei dassaß," ein zwar typisches, aber au sich nicht zu veracht teudes Darstellungsmittel der altdeutschen Erzählerkunst für verwandte Situa­tionen. Der junge, noch unerkannte Tristan wird als sehr beliebt an Markes Hofe geschildert, freilich erzeigt er sich auch danach: er war so dienstbar den Armen und den Reichen, daß er einen jeglichen von ihnen möchte

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Die acht Mcmn, die Tristan und Kurveual das erstemal über See nach Irland begleiten, haben schwören müssen, den beiden aufs genauste zu gehorche». Gott fried drückt das so aus:

Dieselben hatten auch ihr Leben Zu Bürgen und zu Pfande gegeben Nnd auch versichert bei Gotte, Daß sie aus der zweier Gebote Nie einen Fuß breit träten.