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Zur Reform des Strafprozesses 1. Reformbedürftigkeit. Klassenjustiz
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sprcchung finde», die ihre Hauptaufgabe in der logischen Konsequenz sucht, auf die Gefahr hin, in Verfolg des einmal vorgezcichneten Weges auch zu Un- billigkeiten zu führen. Die Billigkeit steht aber dem Gerechtigkeitsideal naher als das Recht, weil sie das Gesamtiuteresse berücksichtigt und deshalb in sich selber schon ihre Ausgleichung findet.

Und wo wird das Endziel dieser Entwicklung liegen? Man wird sich schließlich fragen, wozn wir eigentlich noch Juristen nötig haben, wenn doch die Laien ihre Geschäfte besorgen müssen!

(Lin neuer ^hakespearefund

einerzeit fand sich der einzig bekannte Abzug der ersten Aus­gabe eines Stückes von Marlowe, seines Eduard II., außerhalb Englands auf einer deutschen Bibliothek. Die Quartausgabe, die 1593 in das Londoner Buchhändlerregister eingetragen und mit der Jahreszahl 1594 gedruckt wurde, und die lange Zeit als verloren galt, entdeckte man 187ö in der städtischen Büchersammlung von Kassel. Neuerdings hören wir, daß, wiederum außerhalb Englands, in Süd­schweden ein Exemplar der bisher verloren geglaubten ersten Quartausgabe von Shakespeares ?iws ^,ncIr0MLU8 aufgetaucht ist. Postsekretär P. I. Krafft in Malinö wandte sich am Ende des vergangnen Jahres an den Vorstand der Universitätsbibliothek zu Lund lim Auskunft über einen kleinen Quartband in seinem Besitz. In dem Drucke von sechsunddreißig Müttern erkannte der sachkundige I)r. Ewald Ljunggreu, ein Mitglied des Bibliothekvorstandes, ein Exemplar des ersten Druckes von Shakespeares liws ^näronicms. Damit haben wir wohl den einzigen noch vorhcmdnen Abzug der ersten Auflage dieses Stückes und zugleich neben einem Quarto vom zweiten Teile Heinrichs VI. (I>0N<lon >'nnr<!>> I'KnmW OeocI, kar "IlioniÄS UMnAtcm, micl ms to solck at Ki8 «bor» vnägr Laint. ?<ztsr8 Lburob in (üorn^gll. 1594) den ältesten Druck eines Shakespeareschen Dramas.

Wie wir aus Zeitungen erfahren, soll den neuaufgefundnen Quarto die Buchhandlung von Henry Sotheran and Co. in London vom bisherigen Be­sitzer für 2000 Pfund Sterling 40000 Mark) gekauft haben. Hoffentlich geht das Büchlein an das Britische Museum oder eine andre öffentliche Bi­bliothek über, damit es frei für die Forschung benutzt werden kann, und nicht in eine Privatbibliothek in England vergraben wird. Denn interessante Fragen knüpfen sich an dieses Drama an.

Marlowes Eduard II., den wir oben erwähnten, ist wohl das letzte Theaterstück, das dieser Dichter nicht allzu lauge vor seinem jähen Tode ver­faßte. Darauf deutet die gute Abrundung der Handlung, die feste Verbindung der einzelnen Akte und Szenen, die knappe sachgemäße Sprache, kurz, die ganze darin hervortretende Vühnengewandtheit, die diese Historie zum voll­endetsten Werke Marlowes stempelt.