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Herrenmenschen
weit Hinanstönen ins Land bis in die Ständekammern und bis zu den Stufen des Throns. Denn schließlich muß es doch in der Welt auch etwas geben dürfen, was vor der Habgier der unersättlichen Mammonspriester sicher ist. Aber mit Bitten und Vorstellungen wird hier nichts geschafft, sondern nur mit der schneidenden Schärfe des Gesetzes, und zwar muß gleich der nächste Landtag die Sache ins reine bringen! Ferner muß zur Aufrechterhaltung des Weinbaus, der ja dem Meißner Lande ureigentümlich ist und einen Teil seines Reizes ausmacht, ein Meißner Weinbauverein aus kapitalkräftigen Leuten gegründet werden, der mit Hilfe der Landwirtschaftlichen Schule ein neues Geschlecht von Winzern heranzieht, die Weinberge der besten Lagen erwirbt und deren edle Gewächse in einem Eigenciusschcmke zum Verkauf bringt. Mit Dank ist es zu begrüßen, daß der Meißner Rat an Stelle des zerstörten Ratsweinberges wieder einen neuen in guter Lage des Spargebirges erworben hat, aber es ist auch dafür zu sorgen, daß das schöne Volksleben, das der alte Ratsweinberg zur Zeit des Wein- und Mostverkaufs sah, wenn die „kleinen Leute" mit ihren Krügen kamen, um einen echten Tropfen zu erwischen, sich auf den neuen Berg übertrage. Ferner ist die malerische romanische Ruine des Klarissinnenklosters, die ein Viertelstündchen abwärts von Meißen in der Elbaue liegt, unter möglichster Schonung des wuuderbaren Pflanzenwuchses, der sich in ihrem Innern angesiedelt hat, so weit auszugraben, daß die Türen wieder ihre ursprüngliche Höhe haben; manche wichtige romanische Bauglieder werden dabei zum Vorschein kommen. Auch die Afrakirche mit der Schleinitzkapelle bedarf nach der nüchternen, teilweise sogar destruktiven Behandlung, die sie um 1870 durchgemacht hat, einer würdigen Renovation. Ebenso ließen sich die jetzt nur verbauten, aber noch völlig vorhandnen Kreuzgänge der Fürstenschule, des ehemaligen Angustinerchorherrnstifts, wieder herstellen, wenn man einige kleine Ersatzbauten für die in ihnen untergebrachte Schulküche und das Archiv beschafft. Dann kann St. Afra, wenn auch in kleinern Verhältnissen, einen ähnlichen ehrwürdigen Schmuck erhalten, wie ihn die glücklichere Pforta in ihrem Primanergarten mit den umgebenden Kreuzgängen längst besitzt. Endlich aber möchten die ganze innere Stadt Meißens und ihre künstlerisch wertvollen Außenwerke unter ein gewisses Aufsichtsrecht des Geschichtsvereins gestellt werden. Der Rat hat seinerzeit die Pläne zum Neubau des Gröberschen Hauses (Ecke der Elbgasse uud des Heiurichsplatzes) in dankenswerter Einsicht dem Geschichtsverein zur Begutachtung überwiesen. Ein solches Verfahren sollte durch Aufnahme einer betreffenden Bestimmung in das Baustatut die Regel werden. Die Stadt Bcmtzcn, die ihren Altertümern gegenüber in ähnlicher Lage wie Meißen ist, hat eine solche Bestimmung schon getroffen. Damit ist ein für alle ältern Städte unsers Landes nachahmenswertes Beispiel geschaffen.
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Herrenmenschen
Roman von Fritz Anders (Max Allilm)
l.3. Der Schacktarp
amborn hatte dem Pastor Peternelle das Geleit gegeben, und der Herr Kandidat hatte sich auf sein Zimmer zurückgezogen, Schwechting aber war sitzen geblieben, und Tantchen hatte ihm aus Christenpflicht Gesellschaft geleistet. Man hatte zusammen ein langes Garn gesponnen, das heißt, man hatte sich lange Geschichten erzählt. Endlich war das Garn abgelaufen, und beide Teile schwiegen und dachten sich ihr Teil. Dabei sah sich Schwechting Tantchen an, die sich in ihren Stnhl zurückgelegt hatte und an einem Häkelmuster arbeitete. Er bemerkte, was er schon oft bemerkt hatte,