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Der britische Staatshaushalt :
(Fortsetzung)
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Johannes Mathestus

des Tilgungstocks ein beliebtes Mittel der Schuldentilgung sind. Wenn die Zeitrenten eine sorgfältige Berechnung zur Unterlage haben, läßt sich gegen sie nichts einwenden. Zwar ist der jährliche Aufwand größer, aber nur auf eine gewisse Zeit, und dauach ist der Staat der Zinszahlung und der Schuld ledig. Wenn freilich der Preis der Kousols so tief unter 100 steht wie gegen­wärtig, ist es vorteilhafter, die Schuld durch Ankauf im offnen Markte zn ver­ringern. Der Rest von 31868323 ^, der die Gesamtschuld auf die oben angegebne Höhe brachte, betraf Verbindlichkeiten, die der Staat für besondre Zwecke eingegangen ist. Sie liegen jedoch außerhalb der eigentlichen Staats- schuldeuverwaltung, indem für ihre Verzinsung und Abzahlung besonders ge­sorgt ist, und weil für sie zum Teil feste Gegenwerte bestehn, wie die Uganda­eisenbahn, das Gebiet der Nigcrgesellschaft oder das pazifische Kabel.

Der eigentlichen Staatsschuld stehn dagegen nur geringe Besitzwerte gegen­über. Eigne Eisenbahnen oder Bergwerke hat der britische Staat nicht, und was er sonst an Liegenschaften sein nennt, nämlich die Kronlündereien, ans deren Genuß der König für die Bewilligung der Zivilliste verzichtet hat, hat uach amtlicher Schätzung nur einen Kapitalwert von 2188 787 ^F. Viel be­deutender als das sind die 176000 Suezkanalanteile, die Disraeli 1875 dem Khedive für 4 Millionen abgekauft hat. Selten hat sich eine Kapitalanlage besser bezahlt gemacht. Sie brachten 1903/04 nicht weniger als 936151 -F, über 23 Prozent des angelegten Kapitals ein, und ihr Wert wurde mit 28910000 angenommen. Rechnet man unn zu dem Werte der Kron­lündereien und der Snezkcmalanteile noch die Guthaben der Regierung bei den Banken vou England und Irland am 31. Mürz 1904, zusammen 4263842-F, so ergibt sich ein Gesamtvermvgcn von 35362629 -F ^ 4,64 Prozent der

(Fortsetzung folgt)

Johannes Mathesius

s können die Eblis, die uns hasse», Vollkommnes nicht vollkommen lassen, läßt Goethe den Scilomo sagen, als ein ungeschickter Diener das kostbare Gefäß beschädigt, das ihm die Königin von Saba geschenkt hat. Was ist aus dem Vollkommensten, dem Christentum, mitunter geworden in den Händen seiner ungeschickten und manchmal auch böswilligen Diener und Pfleger! In den Thesen und in den gewaltigen Schriften von 1520 und 1521 hatte Luther das großartige, erhebende uud begeisternde Programm einer durchgreifenden Kirchen- und Neichs- reform entworfen und den Kern des christlichen Glaubens und Lebens in ein­facher, verständlicher und überzeugender Weise dargestellt. Aber ach, wenig Jahre später steckten die Deutschen in der greulichsten Unordnung, in blutigem Aufruhr und Krieg und beinahe lächerlich zu sage» in einer neuen Scholastik driu und in endlosem Gezänk über Formeln. Ans Melauchthons