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Ein Kolonialprogramm
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518 Sucht Rußland nach einem nordeuropäischen Rriegshafen?

Erhöhung von 33^, Prozent; das ist für Deutschland keine unerschwingliche Ausgabe.

Was gewinnen wir andrerseits um alles zusammenzufassen durch diese nicht gerade enorme Mehraufwendung? Unsre Schutzgebiete werden besser verwaltet werden und sind weniger der Gefahr von Unruhen durch die Ein- gebornen ausgesetzt. Der Kulturstand der Eingebornen wird gehoben. Wir lernen uusre Schutzgebiete besser kennen, heben die Verkehrsverhältnisse, verbessern den Gesundheitszustand der Europäer und der Eingebornen, erhöhen die Pro­duktion der Eingebornen, stellen die landwirtschaftliche Tätigkeit der Weißen auf sichere Grundlagen, sorgen für besser vorgebildete landwirtschaftliche Beamte, ver­bessern die Arbeiterverhültnisse, stellen die Besiedlungsfähigkeit der Kolonien fest und führen die Siedlung in großem Maßstabe durch, nachdem wir in Südwest­afrika Wasser geschaffen und mehr verfügbares Land gewonnen haben. Schließlich vermehren wir die Aussichten auf Entdeckung wertvoller Mineralschätze.

Unsre Schutzgebiete sind an sich zweifellos entwicklungsfähig, wie ich ander­weit eingehend nachgewiesen habe. Ihre reale Entwicklung bedarf aber unweiger­lich der Erfüllung der obigen Bedingungen. Sind diese erfüllt, oder kann man ihre Erfüllung sicher erwarten, so wird es auch nicht ausbleiben, daß sich das deutsche (und das fremde) Privatkapital den zahlreichen und lohnenden Aufgaben in immer steigendem Maße zuwenden wird, die in den Kolonien seiner harren, und die wir oben näher bezeichnet haben.

bricht Rußland nach einem nordeuropäischen Kriegs­hafen?

er Streit der beiden teutonischen Brudervölker auf der skandi­navischen Halbinsel ist für das Ausland höchst betrübend. Um nichts und wieder nichts streiten sich Schweden und Norweger, die doch schon durch ihre Schwäche darauf angewiesen wären, sich gegenseitig zu stützen. Beide Völker Hüngen so gut wie ausnahmlos der lutherischen Konfession an, sodaß hier kein Gegensatz entsteht. Ebenso sind ihre Grenzfragen vollkommen geregelt. Eine Zollgemeinschaft, wie sie die beiden Hälften der Habsburgischen Monarchie veruneinigt, hat Skandi­navien nicht. In jeder Verwaltungsfrage sind beide Königreiche getrennt, nußer in der auswärtigen Politik und dem vom Ministerium des Äußern ab­hängigen Konsulatwesen. Auch in der auswärtigen Politik liegen keine materiellen Differenzen vor, denn beide Länder wollen den Frieden und das Fernbleiben von allen Welthändeln, und sie werden dabei auch nicht durch verschiedne Traditionen oder Neigungen in zwei Heerlager getrennt. Nur die formelle Lage, nämlich daß die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten in schwedischen Händen ruht, erbittert die kleinere Nachbarnation. Über die nahe­liegende Trennung der bisher gemeinsamen Konsulate im Auslande könnte man