Dia „wralischcn Wochenschriften
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ethischen Idealismus, auf den es uns, und wahrscheinlich auch Natorp, doch hauptsächlich ankommt, dürfte er leine besondern Dienste leisten. Mit der Transzendenz nimmt uns Natorp den halben Plato, und die erkenntnis- theoretische Hälfte, die er uns übrig läßt, ist keineswegs mehr als das Ganze. Natürlich denken wir uns unter den transzendenten, verdinglichten Ideen nicht eine Art jenseitiges Wachsfigurenkabinett hübscher Puppen, sondern wie die christlichen Philosophen, die den Plato weitergebildet haben, die Gedanken Gottes, die der Schöpfung zugrunde liegen, und die sich in den vollendeten Menschcn- seclen im Jenseits verwirklichen sollen. Aus der Hoffnung auf diese Verwirklichung schöpft der christliche Idealist die Kraft zur unverdrossenen Arbeit daran. Denn daß diese Arbeit jemals im Diesseits zum Ziele führen werde, glauben doch nur die Utopisten. Da die meisten Weisen mit den meisten Unweisen darin übereinstimmen, daß jedes einzelnen Menschen Dasein — ohne die gehvffte jenseitige Ergänzung und Vollendung — unbefriedigend verläuft, so kann anch die Fortzeugung dieses Unbefriedigenden, nnd daure sie wirklich die ganze Ewigkeit, den Drang des Eros nicht stillen, der darum zwecklos erscheint, als eine Täuschung, die den unglücklichen Sterblichen nur zum Narren macht. Abgesehen von der entschiednen Diesseitigkeitstendenz ist Natorps Werk ein Hilfsmittel ersten Ranges zum Verständnis der platonischen Dialoge; ein ausführliches Naineu- lind Sachregister erhöht seine Brauchbarkeit.
Die moralischen Wochenschriften
von I. h- Lckardt
1^. Die ältesten deutschen Nachahmungen der englischen moralischen Wochenschriften
>n den letzten Jahren ist eine ganze Literatur über diese Zeitschriften erschienen. Meist sind es Schulprogramme oder Festschriften einzelner Gesellschaften, die sich mit dem Thema befassen, manches Nene und Wissenswerte bringen und Licht schaffen in ! diesem ziemlich unerforschten, für die Geistesentwicklung aber höchst wichtigen Gebiet.
Man hat die ^.ots. Lruäiwrum des Otto Mencken und „Die Monatsgespräche" des Thomasius als Vorläufer der Moralischen Wochenschriften bezeichnet, genau genommen sind sie es nicht, es fehlt ihnen das bestimmte große Ziel, das sich die Moralischen Wochenschriften in der Erziehung des Menschen setzten.
In der heutigen Zeit, wo wir mit Zeitungen und Zeitschriften mehr als reichlich gesegnet sind, von denen sich viele auch die „Erziehung des Menschen" zum Wahlspruch nehmen, dürfte es interessant sein, diese Wochenschriften aufzuzählen und näher zu betrachten; vielleicht gelingt es noch hie und da weitere zu entdecken und dieses nnd jenes Bruchstück richtig einzuordnen.