Geschichte einer Sammlung
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Katze oder den schwarzen Hahn (Überreste der altgermanischen Festopfer). In Südwestböhmen ging die alte Volkskunde einst flüsternd umher, daß in der Weihnachtsmitterncicht auf einsamen Kreuzwegen alle jene in einem Zuge (Totenzuge) zu sehen seien, die im nächsten Jahre sterben würden. Wer sich hierzu ein altes Sargbrett verschaffen und durch dessen Astloch schauen kann, sieht noch gar mancherlei. Doch hat in den letzten Jahrzehnten die Weihnachtsfeier auch im Volkstum Deutschböhmens immer mehr den Charakter des Festes des Lichts, der Familien- und der Nächstenliebe, der Naturerneuerung angenommen. Juug und Alt muß am heiligeu Abend ein Tuch auf dem Tisch nächst dem Fenster ausbreiten oder einen Korb aufstellen, damit das „Bornkind" (eingebornc Kindlein) seine Gaben ansteilen könne.
Mit dem Dreikönigsfeiertage schließt überall der Weihnachtsfestkreis im Wesen ab. In der Dreikönigsvornacht entfaltet sich noch einmal die Macht der Geister, ehe sie sich wieder zurückziehn. Haus uud Hof wurden abermals gesegnet und gefeit, mit christlichem Weihwasser und heidnischem Branche gegen die Mächte der Dnnkelheit zu schirmen gesucht. Mit geweihter Kreide wurde an die Türschwellen, Türen und Torbalken das bekannte Dreikönigszeichen L-j-N-s-L mit der Jahreszahl (Casper, Melchior, Baltzer, der volkstümliche Name der heiligen drei Könige) und an die Bettstellen zu Häupten uud zu Füßen der sogenannte „Drudenfuß," das iu eiuem Zuge ausgeführte „Pentagramm" (Fünfstern) geschrieben. Das Dreikönigszeichen diente zum Schutze gegen die Obmcicht böser Geister und Menschen; der Drudenfuß sollte gegen die beängstigenden nächtlich die Schläfer drückenden „Druden" und „Albs" (Elben, Alben) sichern. Mit dem Dreiköuigstage beginnen dann auch die Hin- dentungen nnd Vorbereitungen des Volkslebens auf die zweitwichtigste Gruppe: die Oster- und Frühlingsfeste.
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Geschichte einer Sammlung
(Schluß)
! enn ich mir die Lage meines Vciters vorstelle in den letzten zwei I Jahren, die er in Rom war, während er sich schon nach Gelegenheit umsah, nach Deutschland zurückzukommen — ich denke mir, daß es ! manchmal so spanneud war wie Wetten oder Spielen. Ich habe einmal Inber Schliemann gelesen, von der eigentümlichen Sicherheit seiner > Vermutungen, nnd wie er sich endlich seinem Ziele näherte. Es war bei der Ausgrabung des Goldschatzes in Mhkene. Aus Anzeichen iu der Schicht, die sie durchstießen, schloß er auf etwas besondres. Der Schweiß brach ihm aus, schlotternd vor Aufregung und wie im Fieber schickte er die Arbeiter unter Vorwänden weg, um selber weiter zu graben und sich zu vergewissern. Und aufregend war auch das mit den Bilderfunden. Mein Vater erzählte gelegentlich, wie er Beauftragte großer auswärtiger Galerien gesehen hätte, wie sie majestätisch aufgetreten wären, sich den Antiquaren als die Bevollmächtigten dieses uud jeues Staatsmuseums präsentiert hätten, denen Tausende zur Verfügung stünden, und wie es dann gewesen wäre, als überschlüge sich dem Italiener die Znnge im Halse, während