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Geschichte einer Sammlung :
(Fortsetzung)
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Warum?

steile Steigung schlank hinaufkommen wollen. Das leise Klirren, mit dem sich die Fensterscheiben daran beteiligten, hat sich mir für immer eingeprägt. Wenn ich jetzt so weit weg von Rom mit geschlossenen Augen liege, und durch irgend­einen Zufall die Fensterscheiben klirren, denke ich so: es fährt ein Wagen die Salita hinauf!

Gelegentlich kam dann statt eines der vollständigen Fuhrwerke, die bei der Botschaft zu tun hatten, ein Droschkengaul hinaufgearbeitet, und aus dem Wagen wand sich ein gebücktes Schachermännchen mit einer großen nltersschwarzen Lein­wand voll scheußlicher Heiliger, der uach dem ^i-otossm-o voll' ooebiali fragte. So uud so oft hörten wir draußen an der schweren Haustür die Anpreisung: vu bellissimo oi'ixiua.Ie.! Es war ein Bestandteil unsrer Spiele geworden, irgend etwas herbeizuschleppen und mit dem Ton feierlicher Beteuerung zu sagen: Vn bsllissimo oiiAinsIo! Mein Vater lachte in diesem wie in jenem Falle, und die Scheusäler wurden wieder weggetragen.

Dies waren die Nebenläufer und Auswüchse. Sonst aber ging es hier so wie überall, wo einer sich tief mit einer Sache einläßt, sie entfaltet sich und be­kommt selbständiges Leben und wächst in die Breite und in die Tiefe, wie ein Flnß, der sich selber die Umgebung verändert, dies und das mitführt, umbildet und schließlich die Lebcnsbedingnngen um sich her diktiert, währeud er sich vorher ein­gerichtet hatte nach dem, was ihn umgab.

Erst hatte mein Vater überlegt, ob sich die Bilder im Format für einen Privatmann eigneten, ob das Dargestellte für ihn möglich wäre, ganz abgesehen davon, ob er die Ausgabe verantworte» könnte. Nuu waren sie schon souverän geworden, und wenn er einer wertvollen Sache begegnete, machte sie einfach An­spruch auf ihn, und das, was er überlegte, war nur, wie er es einrichten konnte, daß sein Geld reichte, nm das Bild an sich zu bringen. Die Besitzer von den doliissiwi 01'iAma.Ii hofften vergebens, daß sich mein Vater dnrch die Altersschwärze bestechen ließe. Aber er kannte nun doch die Schlupfwinkel, in denen er suchen mußte. Da hatte er da uud dort die Gegenstände seiner Wahl stehn und hängen und ließ siereif" werden. ^^ch folg.)

Warum?

von Luise Algenstaedt

(Schluß)

uf dem Hofe war keine Menscheuseele sichtbar. Es war früher Nach­mittag. Aus der Scheundiele schallte der Takt der Dreschflegel in: Stall brummten die Kühe. Zwischen dem Dunghaufen und einer Holzmietc zog sich eine meterhohe Schneeschanze quer über den Fahr- danun, und von ihrem scharfen Rande peitschte der Wind ihm die Körner ins Gesicht, sodaß er die Augeu nicht offen halten konnte. Er wollte sich hindurcharbeiten, aber glitt aus und stürzte mit einem halblauten Jnmmer- ruf in die weichen Massen.

Es mußte wohl komisch aussehen, wie er fruchtlose Anstrengungen machte, mit seiner Last wieder aufzukommen, denn auf der Tenne hörte das Dreschen auf, und ein stürmisches Gelächter erscholl. Er hörte seinen Namen nennen, und ein Knecht in hohen Stiefeln kam langsam heran, um den Spaß in der Nähe anzu­sehen und auch wenn es durchaus sein mußte zu helfen. Der Hausierer war jedoch schon aus seinen Trageriemen geschlüpft und stand auf den Füßen,