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Geschichte einer Sammlung
heit gebe, in seiner Amtswohnung die Angelegenheit weiter zu besprechen, falls es sich um schwierige Fragen, etwa um Pflichtenkollisionen, handelt. Daß die jetzt übliche äußere Form zu ändern, besonders das Flüstern im Beichtstuhl abzustellen sei, führt auch der im 33. Heft erwähnte Pfarrer Vorinec aus, desseu Buch beweist, daß solche Reformfragen von Scelsorgsgeistlichen lebhaft erörtert werden. Auch dürfte den jungen Geistlichen das Beichtehören nicht erlaubt werden. Zweierlei aber sollte sofort geschehen — und es kann sofort geschehen, weil dadurch keine dogmatische Frage berührt wird. Die Bischöfe hätten ihren Geistlichen bei Strafe der Suspension den Mißbrauch des Beichtstuhls zu politischen oder zu nationalen Zwecken und zur Störung des Ehefriedens zu verbieten und die Gläubigen aufzufordern, daß sie jeden solchen Mißbrauch der geistlichen Behörde anzeigen; und sie müßten die Zulassung von Kindern unter vierzehn Jahren zur Beichte verbieten. An vielen Orten werden schon die Zehnjährigen zur Beichte geführt. Aus welchen Gründen das unbedingt schädlich ist, braucht pädagogisch geschulten Männern nicht gesagt zu werden. Kommt es an Gymnasien vor, so hat es der Staat zu verbieten.
Ein wunderlicher Auswuchs des Bußinstituts, der sich bildete, als das torum öxternum in ein vermeintliches toruin intsrnuin überging, ist der Ablaß. Diesen Auswuchs mit dem richtigen Namen zu bezeichnen, würde, weil er ja noch eine Einrichtung der katholischen Kirche ist, der Staatsanwalt kaum erlauben. Aber der Ablaß muß eben aufhören, eine solche Einrichtung zu sein; er muß unbedingt fallen. Ich glaube nicht, daß ein Theologieprofessor die Sophismen, mit denen er ihn dogmatisch zu begründen hat, seinen Studenten vortragen kann, ohne sich vor sich selbst zu schämen. Erzählen, wie die Einrichtung auf dem Wege der historischen Entwicklung geworden ist, das kann er, ohne sein Gelehrtengewissen zu verletze», wenn auch nicht ohne peinliche Empfindung. L. I-
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(Fortsetzung)
>s kommt mir nicht unmöglich vor, daß die Wirrnis der Umwälzung im Privatbesitz noch fortgewirkt und Verkäufe veranlaßt hat, die sonst nicht denkbar gewesen wären. Jedenfalls mußte der, der gezwungen war, Bilder zu verkaufen, oder sonst mit ihneu räumen wollte, sie damals zu Spottpreisen geben. Für die Musica aber hat mein Vater !mehr bezahlt als jemals für ein Bild. Er brachte sie triumphierend wie einen teuern Schützling in einer Droschke angefahren.
Einmal später, als der Kunst- und Literarhistoriker Hettner in Rom war und meinen Vater aufsuchte, kam er beim Eintritt ins Zimmer der Musica gegenüber zu stehu. Da holte er eilfertig seine Lorgnette aus der Tasche, um sie besser zu sehen. Was haben Sie da für einen wundervollen Domeuichino? sagte er. Senatore Morelli urteilte anders. Er sagte: Es ist ein sehr schönes Bild aus der Schule Guido Renis, nicht von Domenichino.