Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Sie sahen alle zu dem dänischen Fräulein auf. Es schien ihnen „die Jungfrau so fein" zu sein. Die Sonne schien auf die blondlockigen kleinen Mädchen, nnd in der Ferne brauste der Gießbach.
Die Lehrerin ging durch die Reihen der Kinder und sprach flüsternd zu ihnen.
Und auf einmal huben die klaren schwedischen Kinderstimmen an:
Es liegt ein schönes Land Mit Buchen breit und stark Am salzgen Ostseestrand, Da senken Hügel sich ms Tal, Das ist mein altes Dänemark, Und es ist Frejas Saal!
Da wnrde Helene so bewegt, wie sie es seit langer Zeit nicht mehr gewesen war. Es war ihr unmöglich, sich zu beherrschen. Schnell dankte sie den Kindern und der Lehrerin und eilte hinaus.
Sie ging in den Wald, und nun strömten die Tränen aus ihren Augen. Sie sehnte sich, sehnte sich — wie nie zuvor.
Da hörte sie die Kinder schwatzend und lachend aus der Schule kommen. Und nach einer Weile kam die kleine Ebba ganz allein an der Stelle vorüber, wo sie verborgen saß.
Da kam Helene ein Gedanke. Sie sprang ans und folgte langsam dem Kinde. Eine Strecke die große Landstraße lang, dann in den Wald hinein. Und wieder auf das Feld hinaus, in das niedrige Gestrüpp.
Ebba war während der ganzen Zeit vorwärts geeilt, ohne sich umzusehen, plötzlich aber wandte sie sich um und entdeckte wohl Helene, die eben noch zur rechten Zeit kam, sie in einem kleinen, armseligen Hanse verschwinden zu sehen.
(Schluß folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Reichsspiegel. Durch die Trinksprüche, die der Kaiser in Dresden und bei der Moltkefeier in Berlin ausgebracht hat, kliugt zum erstenmal ein ernster Ton, dessen Bedeutung um so größer ist, als er von der autoritativsten Stelle ausgeht und bei besondrer Gelegenheit angeschlagen worden ist. Es liegt darin eine Warnung m die Nation, die augenblickliche Minderung in der Spannung der Lage nicht als endgiltig anzusehen, die uns aller Sorge f-ür die Zukunft enthöbe. Im Gegenteil mag das deutsche Publikum daraus entnehmen, nicht nur daß Kriegsgefahr nahe genug an nns vorübergezogen, sondern anch daß die Situation immer noch so ist, daß wir genötigt sind, „das Schwert scharf und das Pulver trocken" zu halten. Wenn einige Blätter geneigt sind, diese Wendung mit der Wahrscheinlichkeit eines englisch-russischen Abkommens, das zu verhüten sich Deutschland vergeblich - bemüht habe, also mit einer Niederlage der dentschen Politik in Zusammenhang zu bringen, so waltet dabei eiu sehr großer Irrtum ob. Ein englisch-russisches Abkommen über asiatische Grenzfragen wäre bekanntlich nicht das erste seiner Art nnd hätte als solches auf unser Verhältnis zu Rußland nicht den geringsten Einfluß, ganz abgesehen von der Frage, auf wie lange etwa eine aktive Betätigung der russischen Politik aus den internationalen Verhältnissen überhaupt ausscheidet. England hat sehr naheliegende Gründe, trotz seinem Bündnisse mit Japan eine allzu große Schwächung Rußlands in Asien nicht zu wünschen. Denn schließlich ist Rußland die europäische Macht, die dort bei weitem die größte Widerstandsfähigkeit und Kraftentfaltung zu leisten imstande ist. Würde die russische Macht dort gänzlich außer Betracht kommen, so würde die englische wahrscheinlich bald schwer gefährdet sein. Nach dem Siege