Die Damen auf Markby
von Mathilde Malling
(Schluß)
rme Julie, begann Arvid wieder, ihr war es viel schlimmer gegangen i als mir. Ja, dir kann ich es ja natürlich schon sagen, und du scheinst es auch erraten zu haben. Sie gestand sofort, daß Erik. . .
Das ist ja ein öffentliches Geheimnis! unterbrach ihn Elli etwas i geringschätzig mit aufgeworfner Oberlippe. Daß sie sich nicht genierte, !es zu sagen!
Mir! Ach nein, weißt du was: so wie ich sie in der letzten Zeit vernachlässigt habe .. .
Hast du das wirklich? fragte Elli eifrig, aber versöhnt.
Ja, das weiß Gott! Und du weißt es auch! Na ja, es scheint ja nicht, daß sie es weiter schlimm aufgenommen hat, die arme Kleine. Es endigte recht gut, fuhr er schnell fort. Wir können uns nie entzweien, Julie und ich. Aber als das schlimmste überstanden und ich wieder daheim war, da begann ich ernsthaft über meine verdammten Geldangelegenheiten nachzudenken. Wie du vielleicht weißt, wollte der Alte vor ein paar Jahren durchaus haben, daß ich Markby pachten solle. Das sei ein künstlicher Vorwand, dachte ich damals. Aber es war wohl, weil er wünschte, ich solle eine Art Stellung in der Umgegend haben, ehe unsre Verlobung veröffentlicht werde.
Und nun? fragte Elli atemlos. Ihre Augen leuchteten; sie hatte genug von Geschäften reden gehört, sogleich zu versteh«, wo er hinaus wollte. Nun? . . . und das ist natürlich ein sehr vorteilhafter Kontrakt?
Ja. Ich sehe, daß du gleich weißt, um was es sich handelt. Aber ist es nicht gemein?
Nein, unterbrach ihn Elli leidenschaftlich. Es ist ja ein Geschäft, wie alles andre auch. Und du warst ja nicht verlobt, als der Kontrakt aufgesetzt wurde. Oder doch?
Nein, sagte Arvid zögernd, aber ich wußte, daß es der Alte für sicher annahm.
Sprich mit Erik! sagte Elli plötzlich energisch. Er hat seine Fehler, aber kleinlich ist er nicht.
Sprich mit Erik! Geliebte Elli, kannst du denn nicht einsehen, daß es eine verdammt prekäre Sache für mich ist, darüber mit Erik zu sprechen?
Aber ich könnte es tun, sagte Elli zögernd. Meinst du nicht?
Arvid sah sie mit einem Ausdruck an, den Elli noch nie an ihm gesehen hatte.
Liebe Elli, sagte er kurz, bis jetzt habe ich noch nie eine Frau für mich eintreten lassen, und so Gott will, wird das auch nie geschehen, so lange ich lebe. Es wird mir nicht leicht werden, aber um deinetwillen werde ich mit Erik sprechen.
Elli saß ein paar Minuten ganz still da, und als er sich über sie beugte, fühlte er, daß ihre Wange naß war.
Arvid, flüsterte sie fast unverständlich, so leise war es. Wenn ich mich jemals — verstehst du? — über irgend etwas beklagen sollte, willst du mich dann daran erinnern?