Die Sämett auf Markbf
Zwei Dinge bleiben befiehl,, wenn alles andre sich in buntem Wechsel wandelt: die Erde und die Notwendigkeit für uns, von ihr zu leben. Darin liegt das Elementare des Bauernlebens, daß es in dieser doppelten Notwendigkeit wurzelt, und deshalb ist es unentwurzelbar. Daher auch die Einfachheit des ländlichen Daseins und Wirkens, die keine Schäferpoesie deuten und nicht so ganz verzerren kann. Wer seinen Acker baut, den nährt sein Acker, wo er säet, erntet er, er sieht sein Leben vom Anfang an bis zum Ende voraus, aber nicht in einer kahlen Linie, sondern umbuscht, besonnt. Der Zweck des Lebens bleibt endlich doch immer, daß es sich behauptet, und das tut es am besten auf eigner Scholle, die das einfachste Verhältnis zwischen dem Menschen und der Natur schafft, in die er hineingeboren ist.
Die Damen auf Markby
von Mathilde Malling
(Fortsetzung)
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>chon lange hatten alle Damen von Markby, mit Ausnahme der Prvpstin und der Frau Briant, ausgemacht, miteinander nach Stockholm zu fahren, um gemeinsam einige vorläufige Weihnachtseinkäufe zu machen. Der Rechtsanwalt hatte Wind davon bekommen und sogleich galant darum gebeten, an diesem Tage den Wirt machen zu ! dürfen. Eigentlich hatte er die Absicht gehabt, mit der Gesellschaft in einem der großen Restaurants zu speisen, aber Frau Briant war dagegen gewesen; sie liebe es nicht, daß Dagny an „solche Orte" komme, besonders, wenn sie nicht dabei sei, sagte sie.
So wurde der Plan dahin geändert, daß das Essen in des Nechtsanwalts eignem Heim, dem eine unverheiratete Schwester Vorstand, eingenommen werden sollte. Fräulein Gerda Garde war in Bibbis Alter, mit einem ebenso ausgeprägten Schafsprofil wie der Bruder und in Beziehung auf Kinn auch vollständig rvnonee.
Fräulein Gerda war seit August nicht mehr auf Markby gewesen, denn im Herbst oder Winter aufs Land hinauszufahren, war für die echte Stadtbewohnern fast etwas Naturwidriges, worauf sie sich durchaus nicht einlassen konnte. Sie kannte Elli nur flüchtig von ein paar gemeinsamen Theaterbesuchen her, aber durch die Mitteilungen ihrer Consine Bibbi hatte sie in der letzten Zeit ein lebhaftes, fast feindseliges Interesse für sie gefaßt. Wollte Robert heiraten, und sie war bei Gott nicht die, die ihn daran hindern konnte oder wollte, so war es doch wohl ihre unabweisbare Pflicht, darüber zu wachen, daß er ein solides und vorzügliches junges Mädchen nahm. Nicht der Mitgift halber — Robert hatte ja Gott sei Dank genug für beide! Aber er war doch immerhin berechtigt, etwas höhere Ansprüche zu machen, und hatte nicht nötig, sich mit einer rothaarigen Eisenbahnvorstandstochter mit Opern- oder vielleicht sogar Operettenaspirationen zu begnügen! Lieber Gott! das Mädcheu war ja ganz nett — etwas läppisch und kokett natürlich, etwas andres konnte man wohl auch nicht erwarten. Immerhin — wie auch alles sein mochte, ob sie nett war oder nicht —, eine Partie für Robert war sie durchaus nicht!
Dies und noch vieles andre dachte Fränlein Gerda, während sie, etwas ärgerlich über des Bruders „ganz unnötige Verschwenduug," die großen Sträuße prachtvoller Chrysanthemen auf der Tafel verteilte, die Robert vorhin nach Hause ge-