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Werden die Sozialdemokraten marschieren?
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Werden die Hozialdemokraten marschieren?

Line zeitgemäße Untersuchung von Karl v. Bruch Hausen Einleitung

ei dem starken Anwachsen der sozialdemokratischen Partei, von dem wir hoffen, daß es seinen Höhepunkt erreicht hat, ist die Frage, wie sich im Kriegsfalle die dieser Partei angehörenden Wehrpflichtigen Verhalten werden, von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Die Sozicildemokraten wissen sehr gut, was eine Störnng der Mobilmachung für Folgen haben kann, und von unsern Nachbarn wissen es die, mit denen wir einmal mit der Waffe in der Hand aneinander geraten könnten, ebensogut. Wären die Sozialdcnwkrateu in der Zahl, in der sie sich heute unter den aktiven Soldaten und den Wehrleuten finden durften, ernstlich gewillt, nicht zu marschieren und die daraus unvermeidlich für sie entstehenden Folgen auf sich zn nehmen, so bedeutete das nicht gerade eine Lahmung, wohl aber eine ernste Störung der Mobilmachung und eine Schwächung unsrer Kampfmittel, die von den lieben Nachbarn bei der Ab­schätzung des Deutschland zu zollenden Respekts sicherlich mit in Rechnung gestellt würde. Insoweit zieht eine zweideutige Haltung der Sozialdeinokraten eine Steigerung der Kriegsgefahr nach sich.

Harmlose Gemüter werden nun voll befriedigt auf die Erklärungen Bebcls im Reichstage hinweisen und triumphierend sagen: Es hat sich im Programm der Sozialdemokratie ein Umschwung vollzogen; siemausert" sich weiter und weiter bis zu einer in Wahrheit staatserhaltenden Partei. Bebel sagte am 14. April dieses Jahres im Reichstage:Wir Sozialdemokraten mögen andre Ansichten über nationale Ehre und Würde haben. Aber wir werden niemals zugeben, daß auch nur ein Plätzchen deutscher Erde uns verloren geht. Diese Erklärung, die ich vor wenig Wochen hier abgab, hat damals großes Auf­sehen erregt. Aber ich habe ähnliche Äußerungen bereits in den achtziger Jahren getan."

Das ist, wie im folgenden gezeigt werden wird, auch für die Zeit nach den achtziger Jahren zutreffend, und es zeugt nur von dem kurzen Gedächtnis der zeitunglesenden Mitwelt, daß man das vergessen und kurzerhand das Grenzbotm IV 19N4 49