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Eindrücke bei der Ausbildung von Regierungsreferendaren.
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Zwei Merke über die Sprach»

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jeder Fremde, der auch nach Jahrcu nur selten das instinktive Gefühl für die Erdgeister seiner dienstlichen Heimat vollständig erwirbt. Vom Landrat gilt dies namentlich dann, wenn er lange, am besten lebenslang in seinem Kreise wirkt. Gewiß ist es heute, wo sich die Bevölkerung aller Stände mündig glaubt, viel schwerer für den Landrat, der Vertrauensmann seines Kreises zn werden, als früher, um Rat und Hilfe gebeten zu werden auch in Dingen, die sein Amt nicht unmittelbar oder nicht notwendig berühren; aber in einerlangen Amtszeit wird ihm ein solcher Erfolg doch auch heute noch meist zuteil, wie die Erfcchrnng zeigt, ähnlich wie dem Einzelrichter, der viele Jahre lang durch Obervormundschaft, Erbschichtuug, Grundbuchführnng in die persönlichen Ver­hältnisse der Gerichtscingesessenen eingedrungen ist.

Mächtigere Gefühle mag es vielleicht geben als das Heimatsgefühl, aber wohl keins bleibt ein so treuer Begleiter durch die lange Reihe der Jahre, uud keines belebt wie dieses alle schöpferischen Keime im Menschen. Jedesmal, meine ich, wenn eine Anordnung der Zentralbehörde einen ihrer Beamten wenigstens der reifern Jahre dem Dienste in seiner engern Heimat wiedergibt, befreit sie eine Fülle latenter Energie, die sie damit dem Staatszwccke dienstbar macht, vermehrt sie wesentlich die lebendigen Kräfte, indem sie sie dem öffentlichen Leben so viel nutzbarer macht.

Zwei Werke über die Sprache

^^AsMf.

>as gebildete Publikum hat im vorigen Jahrhundert die Ent­stehung und die Ausbildung der Sprachwissenschaft mit lebhaftem Interesse verfolgt, und die Zeitungen und die Zeitschriften haben es durch fleißige Berichterstattung auf dem laufenden erhalten. iVon deu »eueste» beiden großen Werken*) ist, so weit ich es übersehen kann, noch wenig die Rede, und doch sind beide, jedes in andrer Weise, in hohem Maße geeignet, die Kenntnis des Gegenstandes zu fördern. Als eine ansehnliche Bereicherung der Wissenschaft werden die Fachmänner wohl nur das Werk von Wundt einschätzen. Hier jedoch muß Mcmthnern der größere Teil des Raums gewidmet werden, einmal, weil dieser über die Sprachwissen­schaft weit hinausgreift, um das gesamte Wissen der Menschheit zu ver­nichten, dann aber auch aus dem Grnnde, weil sich Rezensent bei dem Wundtschen Werke, dem er als lernender Laie gegenübersteht, auf eiue kurze Berichterstattung beschränken muß, während er sich der Kritik gewachsen fühlt, zu der Mauthner herausfordert.

Völkerpsychologie. Eine Untersuchung der Entwicklungsgesetze von Sprache, Mythus und Sitte von Wilhelm Wundt. Erster Band: Die Sprache. (Erster Teil 627 Seiten, zweiter Teil mit Register 644 Seiten.) Leipzig, Wilhelm Engelmann, 1900. Bei­träge zu einer Kritik der Sprache von Fritz Mauthner. Erster Band (657 Seiten): Sprache und Psychologie. Zweiter Band (735 Seiten): Zur Sprachwissenschaft. Dritter Band (mit Register 666 Seiten): Zur Grammatik und Logik. Stuttgart, I. G. Cotta, 1901 und 1902.