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Eindrücke aus der modernen Verwaltung Preußens besonders aus der Bezirksinstanz : (Fortsetzung) : 3. Ein Brief über die leidige Politik
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Die Zukunft der juristischen Professuren

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nur durch Ausnutzung möglichst vieler Wege, Rückgriff auf möglichst viele, möglichst weit voneinander abliegende Mittel. Jedes der Mittel kann und darf für sich allein ein im Verhältnis zur Größe der Bedrängnis nur be- fcheidnes Maß von Hilfe bringen, und es ist ein Fehler, mehr von ihm zu verlangen. Nur darauf kommt es an, daß alle diese kleinen Mittel zusammen die Fähigkeit des Staates zu helfen so weit nur irgend möglich erweitern und erschöpfen. Auch die Hilfe durch Zollschutz wird bei den jetzigen Kornpreisen nie etwas andres als eines der vielen kleinen Mittel sein; ich glaube, es ist nötig, sich hierüber klar zu bleiben, damit man nicht Unmögliches vom Staate verlangt und dann notwendig enttäuscht wird.

(Schluß folgt)

Die Zukunft der juristischen Professuren

von Lugen Josef in Lreiburg im Breisgau (Schluß)

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ie als Folge der politischen Einheit allmählich erreichte Rechts­einheit brachte in die geschilderten Verhältnisse alsbald eine gänzliche Änderung. Verhältnismäßig wenig noch auf dem Ge­biete des Strafrechts, aber schon sehr stark auf dem Gebiete des Handels- und des Wechselrechts und ganz besonders auf dem des Zivil- und des Strafprozesses. An die wissenschaftliche Erforschung dieser Gebiete, die noch vor zwei Jahrzehnten fast nur den Universitätslehrern oblag, machten sich die juristischen Praktiker, Richter wie Rechtsanwälte. Professoren wie Goldschmidt und Thöl, die Begründer der Wissenschaft des deutschen Handels- und Wechselrcchts, wurden abgelöst von Praktikern wie Makower, Rießer, Ring, Staub; und Goldschmidt sprach, wie wir seinen Auf­zeichnungen entnehmen, oft die schmerzliche Besorgnis aus, daß dereinst die Fortbildung des Handelsrechts den Universitätslehrern ganz entzogen und nur von praktischen Juristen besorgt werden würde. Und wie auf dem Gebiet des Handelsrechts, so nahmen auch auf dem des Zivilprozesses Männer der Praxis die wissenschaftliche Fortbildung des Prozeßrechts in die Hand: Wil- mowski und Levy, Struckmanu und Koch, Petersen und Reinke traten an die Stelle der Theoretiker wie Wetzel, Nenaud, Mittermaier und den Universitäts­lehrern wie Wach, Seuffert, Gaupp, Richard Schmidt und Stein ebenbürtig zur Seite.

Eine völlige Umgestaltung des geschilderten Zustandes der Rechtswissen­schaft hatte die Neuordnung unsers gesamten bürgerlichen Rechts zur Folge: mit dem Augenblick, wo das Bürgerliche Gesetzbuch der Öffentlichkeit unter­breitet wurde, trat ein dem frühern fast entgegengesetzter Zustand ein; das Übergewicht, das bis dahin die Universitätslehrer überall, wo es sich um die Grenzboten II 1904 83