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Der Universitätsrektor zu Leipzig in Privatbriefen über die dortigen Aufruhre 1830
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Rleist und Moliere

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aber wurde er durch einen silberueu Pokal geehrt, den er sofort mit Kap Kou- stantia füllte und also einweihte:

Konstantia heißt dieser Wein,- Konstant soll unsre Freundschaft sein! Das Kap der guten Hoffnung spendet ihn; Die gute Hoffnung soll uns nie entfliehn! In steter Eintracht wirke unsre Kraft! Hoch lebe Leipzigs wackre Bürgerschaft!

Am folgenden Tage verehrte dieselbe Körperschaft den Studenten für ihre bereitwillige Teilnahme an der Bcschütznng der Stadt auf dem Markte unter Trompeten- nnd Pankenschcill eine kostbare Fahne.

Blasewitz Theodor vistel

Kleist und Moliere

er die beiden Werke einander gegenüberstellt, in denen Kleist und Moliere die Amphitryonsage behandelt haben, wer sie ein­gehend prüft und sich in ihre Vorstellungswelt einzuleben ver­sucht, dem treten nicht nur die beiden Dichter in der Eigentüm­lichkeit ihres Schaffens entgegen, auch die Zeiten leben wieder auf, denen sie angehört haben, die Völker sprechen zu ihm, deren Vertreter sie sind. In der Literaturgeschichte bietet sich vielleicht kein zweiter Fall, wo die Möglichkeit eines so eingehenden und so ergebnisreichen Vergleichs geboten wäre; denn eine solche Grnndverschiedenhcit mit so viel äußerer Gleichheit ge­paart findet sich wohl nicht wieder bei zwei Werken weit auseinanderliegender Zeiten. Die Herausgeber der kritischen Ausgabe von Molieres Werken haben sich sogar durch die große Übereinstimmung verleiten lassen, Kleists Amphitryon unter den Übersetzungen von Molieres Lustspiel aufzuführen! Einigermaßen entschuldigen läßt sich dies Versehen dadurch, daß Kleist tatsächlich etwa bis zur Mitte des Stücks fast wie ein Übersetzer genau Moliere in jeder Wendung des Dialogs folgt, allerdings nicht ohne auch hier schon tiefgehende Änderungen vorzubereiten. Kleists Übersetzungskunst, die Stilunterschiede zwischen den beiden Dichtern sind schon häufig eingehend untersucht worden; weniger Aufmerksamkeit hat man dagegen dem großen Unterschiede zugewandt, der in der innern, künst­lerischen Form liegt. Und doch sind die beiden Werke innerlich so ungleichartig, daß es völlig unmöglich ist, sie nach ihrem künstlerischen Wert gegeneinander abzuwägen. Urteile, die das eine auf Kosten des andern loben oder tadeln, müssen durchaus als verfehlt betrachtet werden. Immer wieder aber begegnet man solchen Urteilen, weil die scheinbare, ganz äußerliche Ähnlichkeit dazu verführt.

Bis zur Mitte des zweiten Akts schließt sich Kleist Moliere an; dann folgt eine ihm allein gehörende Szene, die vierte, in der Alkmene ihrer Dienerin Charis die Entdeckung mitteilt, ein falscher Namenszug finde sich auf dem