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Was ist liberal?
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Herbert Spencers System

glauben, daß das Deutsche Reich es vertragen kann, wenn man, vhne das Gesetz selbst in Frage zu stellen, es einer seiner am meisten verwundenden Spitzen entkleidet.

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Herbert Spencers System

Z. Soziologie und Ethik

>ie drei starke Bünde füllende Soziologie können wir kurz ! abfertigen, weil die Grcnzbvten schon in zwei Beleuchtungen der neuerdings bei uns Mode gewordnen politischen Anthro­pologie das Wesentliche von dem gesagt haben, was sich !über nnd gegen dergleichen Versuche sagen läßt. Gewiß, der Geist entwickelt sich im und am Organischen, aber ist er fertig, so folgt er dann seinen eignen Gesetzen. Gewiß, in seinen Lebensäußerungen, zu denen die sozialen gehören, walten auch solche Gesetze, die ein Analvgon von mathe­matischen, mechanischen und sonstigen physikalischen Gesetzen sind, und sofern das soziale Leben als ein Gewebe von Leibern und Seelei?, von Natur und Geist entsteht, unterliegt es nicht bloß einem Analogon von Naturgesetzen, sondern diesen selbst; aber so interessant es sein mag, dem Walten dieser Gesetze in der Gesellschaft nachzuspüren, Regeln für die Politik lafsen sich daraus gar nicht oder nur sehr im allgemeinen und darum ohne sonderlichen Nutzen für die Praxis ableiten. Bei Speneer nimmt nun noch dazn das Ethnologische einen sehr breiten Raum ein; für jede soziale Erscheinung, für jedes soziale Verhältnis stellt er die seiner Meinung nach passenden Beispiele aus der Geschichte der alten Griechen, der Jnkareiche, Chinas, der neuern europäischen Völker und aus den Sitten und Bräuchen der Naturvölker neben­einander. Dieses Verfahren verdunkelt aber die für uns brennenden Fragen mehr, als es sie aufhellt; denn wenn sich anch, was nicht der Fall ist, der Unterschied zwischen unserm Lebeu und dem der Naturvölker auf die größere Komplexität unsers Gesellschaftszustandes beschränkte, so würde schon darum das Heranziehn nrznstüudlicher Sitten und Verhältnisse nutzlos für uns sein, weil sich eben in ihnen das Komplexe, wofür wir Maßregeln brauchen, nicht findet; es ist, wie wenn man in einer Abhandlung über die Pflege der Kopf­haut, der Augen und der Zähne auf die Qualle zurückgehu wollte, die weder einen Kopf, noch Augeu, uoch Zähne hat. Bei den Fidschiinsulanern können nur uus keinen Rat holen für unsern Zolltarif, für ein preußisches Gesetz über die Schulunterhaltungspflicht, für die Entscheidung der Frage, ob Konfessions­oder Simultanschule, für die Regelung der böhmischen Sprachenfrage und für den österreichisch-ungarischen Ausgleich. Jedermann weiß heute, daß alle sozialen Bildungen in einem Differcnziernngs- und Jntegrationsprozeß vor sich gehn; aber das hilft uns für die Praxis nichts, und für die Theorie nur insofern, als daraus die Unvernunft derer hervorgeht, die zugleich den