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Henry Thodes Michaelangelo und das Ende der Renaissance
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Die Ulalmnkerstraße

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mystischen, pietistischen Grübeleien konnte sie gar nicht genug tun. Daß uns die Dichtungen kalt lassen, liegt einesteils an dem gezwungnen Versbau und der unlyrischen, vernünftelnden Gedankenbildung, andernteils an dem Zurück­sinken in die nicht reformierte und nicht reformierbare, vielmehr in Gegen­reformation und Jesuitismus erstarrende alte Kirche. Ihre geistvolle, liebens­würdige Unterhaltung bezeugen alle, deren Aussagen auf uns gekommen sind.

Vor allem wissen wir es von Michelangelo. Seit etwa 1535 genoß er ihren Verkehr. Anfangs war sie häufig, später fast immer in Rom. Sie lebte in Klöstern, aber nicht als gebundne Nonne. Bei ihr verkehrten außer den schon genannten Männern mehrere Mitglieder des reformfreundlichen Kreises, zum Beispiel der hochgebildete Kardinal Bembo. Durch sie dürfte Michelangelo in den Kreis gelangt sein. Keinem Menschen scheint der Künstler so nahe ge­standen zu haben wie ihr. Geist und Charakter schützte er gleich hoch an ihr, sie aber meinte, wer Michelangelos Charakter nicht höher schätze als seine noch so berühmten Werke, der habe nicht das Glück, seinen Charakter zu kennen. Nach dem Zeugnis Condivis sagte Michelangelo: über nichts betrübe er sich so sehr wie darüber, daß er, als er nach ihrem Hinscheiden hingegangen sei, sie zu sehen, ihr nur die Hand und nicht auch die Stirn und das Antlitz geküßt habe. Ihr Tod machte ihn für längere Zeit ganz fassungslos und wie der Sinne beraubt.

Von wein das gesagt werden kann, von dem gilt in der Tat das Dichter­wort: Wer den Besten seiner Zeit genug getan, der hat gelebt für alle Zeiten. Die Lebensschilderung, die Thode von ihr gibt, kann man mit dem einen WorteMeisterstück" bezeichnen.

Die Klabunkerstraße

Roman von Lharlotte Niese (Fortsetzung)

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>er Juniwind raschelte in den Efeuranken des Klosters. Die eiserne Wetterfahne auf dem Äbtissinnenhause begann leise zu knarren, bis sie in ein zorniges Kreischen ansbrach. Denn aus dem Juniwind wurde der Junisturm. Er fnhr über die Heide und suchte die schwanken Birken im Moor zn brechen; er warf die Ziegel vom I Dach der alten Klosterkirche und heulte im Krcuzgang. Die Rosen­büsche auf dem Kirchhof zerknickte er, und das Storchnest auf dem Pachthof warf er auf die Erde. Obgleich die Störchin beide Flügel über ihre nackten Jungen breitete und mit dem Schnabel gegen den Wind hieb. Doch der Sturm lachte ihrer Wut. Als im Morgengrauen der gelbe Kater des Pachthofes wie von un­gefähr an dem großen Düngerhaufen vorüberwandelte, sah er dort etwas liegen, das seine Neugierde im höchsten Grade fesselte. Ehe er aber mit einem Sprunge nach dem noch lebenden Storchenkind greifen konnte, faßte ihn ein scharfer Schnabel so fest in den aufwärts stehenden Schwanz, daß er einen gellenden Schrei ausstieß, und sobald er sich mit einem Ruck frei gemacht hatte, das Weite suchte. Ein Ende