210 Bernhardts erste Sendung nach Florenz in italienischer Beleuchtung
Auf den vorliegenden Fall angewandt hieße das: als Klub galt der Kammer jeder Verein, der bezweckte, politische Angelegenheiten in Versammlungen zu erörtern. Müßte das zugegeben werden, so wäre das höchst bedauerlich; denn dann müßte bei den ganz anders lautenden und viel weiter gehenden Äußerungen über die Klubs und deren Bedeutung, die in der Kammer nach den angeführten Stellen gefallen find, auch eingeräumt werden, daß bei der Beratung des Vereins- gcsetzes unter dem Begriffe Klub mindestens Verschiednes verstanden worden sei, und daß von einer einheitliche»! Auffassung des Klubwesens in der Kammer nicht gesprochen werden könne. Diese letzte Folgerung wäre das Schlimme. Nun, die Hartmann im Übereifer des Redestreits entschlüpfte Augenblickserklärnng von dem, was er unter Klub verstand, braucht nicht und darf nicht streng genommen zu werden. Er selber würde sich, wie seine Redeweise ergibt, sehr ungemütlich gefühlt haben, wenn jedes oder auch nur ein wichtigeres seiner Worte auf die Goldwage gelegt worden wäre. Demgemäß hat auch schon er selber seinem Satze die Spitze abgebrochen. Das „ungefähr," das er in seine Erklärung eingefügt hat, nimmt ihr bedingungslos jede grundsätzliche Bedeutung- In Wirklichkeit haben auch weder er noch die Kommission irgend eine grundsätzliche Umschreibung oder Auslegung der für das Vereinsgesetz maßgebenden Begriffe „Verein," „politischer Verein," „Klub" uud dergleichen geben wollen; sie haben das vielmehr sogar ausdrücklich abgelehnt. Das sagt der Kommissionsbericht ganz klar. Da heißt es: „Es wurde die Schwierigkeit erkannt, eine allgemeine Definition der politischen Vereine oder der politischen Angelegenheiten aufzustellen, und es wurde vorgezogen, es in jedem konkreten Falle der richterlichen Beurteilung zu überlassen, ob ein Verein sich mit politischen Dingen besckMM." (Schluß folgt)
Bernhardts erste Sendung nach Florenz
in italienischer Beleuchtung
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von Fr. Muth in (Slogan
ireibund und Zweibund sind die Losung der europäischen Politik. Im Anschluß an andre Völker sieht jedes die Gewähr der eignet! Sicherheit, und die Kriege der Zukunft stellt man sich kaum noch anders vor als als Koalitionskriege. Und doch lehrt die Gelschichte, daß Bundeskriege, mit Mißtrauen begonnen, mit Eifersucht geführt, jedesmal mit gegenseitigen Anklagen und oft mit dauernder Berstimmnng geendet haben. Siebenunddreißig Jahre sind verflossen, seit sich Preußen und Italien zu gemeinsamem Kampfe zusammengeschlossen hatte, und noch heute ertönen sogar aus der sich so objektiv gebärdenden Geschichtswissenschaft heraus Stimmen, worin die Eifersüchteleien jener Tage mit ungeschwüchter Leidenschaft zum Ausdruck gelangen.