Moderne englische Belletristik
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Zukunft vielleicht wirklich einmal die Herrscherstellung einnehmen werden, die ihnen nach Krcifts Meinung gebührt, so hängt von ihrem ethischen Charakter sehr viel ab fürs Volkerwohl.
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Moderne englische Belletristik
ngeführ fünfzehn Jahre sind verflossen, seit der greise Gladstoue in einem lüngern Aufsatz im ^wetsöntn Lentui^ mit allen Waffen seiner klassischen Bildung zur Verteidigung des altorthodoxen Glaubens in die Schranken trat. Der Angriff, den der berühmte Staatsmann so ernster Abwehr für würdig hielt, kam vvn einer Frau, der Schriftstellerin Humphry Ward, die mit einem ihrer ersten Romane: Rovsrt Msrasrs an Stelle des alten christlichen Glaubens ein neues Evangelium predigte. Gladstone hat mit seiner scharfen Kritik, die doch nirgends dem starken Geiste der Verfasserin die schuldige Achtung versagte, viel zur Berühmtheit von Frau Ward beigetragen. Seit dem sensationellen Erfolge von liovsrt Msmerö hat sie in der englischen Romanliteratur die führende Stellung eingenommen, die sie ohne Unterbrechung bis auf den heutigen Tag behauptet hat. Um sie scharte sich eine Gruppe von Schriftstellern, die ihre dichterischen Werke nur zu dem Zwecke schrieben, soziale und religiöse Fragen darin zu diskutieren. Der Geschmack der britischen Lesewelt höherer Ordnung steht im allgemeinen dem Tendenzroman weniger feindlich gegenüber als in Deutschland. Es ist bezeichnend, daß sich unter all den absprechenden Kritiken, deren Gegenstand Robert Msmörs wurde, kaum eine Stimme erhob, die das Unkünstlerische in Frau Wards Werk tadelte. Zwar wurde allgemein betont, daß die Romanform von der Verfasserin gewählt worden sei, weil sie so am wirkungsvollsten zu den „gebildeten Massen" reden könnte, und daß die religiösen Wandlungen ihres Helden nur den Vorwand lieferten zu einer gründlichen Erörterung des Zwiespalts zwischen den Dogmen der anglikanischen Kirche und der sogenannten LuristiM LrotKsruooä. Aber man nahm ihr das weiter nicht übel und folgte ihr bereitwillig, als sie auf dem erwählten Pfade weiter wandelte und in ihren spätern Romanen bald dieses bald jenes soziale Problem beleuchtete, so noch vor fünf Jahren in Hslbsok ok Mumsäg-I«; die Möglichkeit einer Ehe zwischen einem strenggläubigen Katholiken und einem Mädchen agnostischen Bekenntnisses oder in dem vorletzten Roman MöÄnor eine Umwandlung der innern Verhältnisse Italiens. Doch hier treten die ersten Spuren einer künstlerischen Wandlung hervor, denn die politischen Erörternngen stehn nicht mehr im Vordergrunde des Romans. Offenbar hat die Verfasserin mehr Freude daran gehabt, zwei eigentümliche Charaktere wie Manisch und Eleanor zu schaffen, als an sozialpolitischen Ausführungen über italienische Mißwirtschaft. Das rein menschliche Interesse überwiegt, und deshalb sind die tendenziösen Ausfälle nicht wie früher als organische Bestandteile untrennbar mit dem Ganzen verbunden,