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Runstillustration
sieht es diesem Blicke an, daß er sich in den Finsternissen und im Lichtglcmz einer andern Welt gebadet hat. Jetzt ruht er auf dem verworrenen Treiben der Menschen in dieser Welt: es ist der unerbittliche Blick des Nichters; auf den zusammengepreßten Lippen liegt Schmerz und Grimm, über das ganze Antlitz ist furchtbarer Ernst und erschreckende Hoheit gebreitet, das ist die alius. säkAnosa, die zornige Seele, die sich des Amtes bewußt ist, als Prophet Gottes in dessen Kirche Hoch und Nieder die Wahrheit zu sagen.
Wer darf es wagen, diese Gestalt sein eigen zu nennen? Da steht sie, am Ende der Reihe, groß genug, für sich ganz allein eine alte Zeit abzuschließen, eine neue zu beginnen.
Kunstillustration
>ie künstlerische Anschauung hat durch die Vervollkommnung und die verhältnismäßige Verbillignng der technischen Herstellnngs- weisen eine Erweiterung erfahren, wie sie noch vor zehn Jahren keiner geahnt Hütte. Ohne Bilder geht schon lange kein Kimst- I buch mehr, und das Publikum ist auch schon so verwöhnt, daß es sich nur zn leicht die Freude an dem Gebotnen durch kritische Nörgeleien verderben läßt, wobei dann nicht selten die Rolle des Sachverständigen der Unverstand übernimmt. Alles Gute hat seine Kehrseite, und in unserm Falle ist es zu bedauern, daß auch sehr viel geringe Massenware mit lauter Reklame auf deu Markt geworfen wird, den Geschmack verdirbt und das Unterscheidnngs- vermögen trübt. Die bessere Kritik kann natürlich nur ausnahmsweise so tief hinunterleuchten, sie hat positive Arbeit zu tun und möchte die Freude an dem Bessern fördern.
An den Anfang dieser Bemerkungen stellen wir den von der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in Wien herausgegebnen „Hausschatz älterer Kunst," zwanzig Hefte in Folio mit je fünf Radierungen, zn drei Mark das Heft, das Ganze also für den billigen Preis von sechzig Mark zu erwerben, mit einem dem letzten Hefte beigegebnen sehr guten erklärenden Text. Im Gegensatz zu den photomechanischen ReProduktionsweisen hat die Wiener Gesellschaft die künstlerische Handarbeit weiter gepflegt und den von ihr veröffentlichten wissenschaftlichen Monographien hervorragender Kunstforscher (namentlich Bodes) über weniger bekannte Sammlungen (Pest, Schwerin, Oldenburg, Liechtenstein und Czernin in Wien, Wesselhöft in Hamburg) von berufnen Stechern radierte Tafeln beigegeben, die nun mit breitem Rande auf Kupferdruckpapier besonders herausgegeben ein prächtiges Bilderwerk darstellen und zum Teil auch einzeln als Zimmerschmnck Freude bereiten können. Die edle Radiererkunst übersetzt das Original anders als die photographische Kamera, sie gibt ihren Nachbildungen besondre und persönliche Reize, wodurch sie ihren Platz neben dein Lichtbilde der Natur immer bchaupteu wird, wenn sie wie in vielen dieser Blätter auf der