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Maßgebliches und Unmaßgebliches
Wimpern und Haaren, von Hautton und Augenbrauen zusammenwirkt, das müßte etwas wundervolles sein, so eine Art Meisteraufgabe, wahnsinnig schwer, aber der Mühe wert, sich bis aufs äußerste damit anzustrengen.
Kurtchen hatte dieses Lob der Bredows mit aufgestütztem Kopf und halbgesenkten Augen über sich ergehn lassen. Aber während sich Marianne, im stillen vornahm, ihn zum Bilde so zu setzen, erhob er sich, um sich etwas förmlich zu empfehlen.
Es verstimmte ihn, daß er hier uur das Lob andrer Leute singen hören sollte, wo er sich doch bewußt war, mit seinem selbständigen Vordringen auf diesem künstlerischen Gebiet einen großen und kühnen Schritt von dem Weg seitab getreten zu sein, den eine sorgfältige Mutter ihm bereitet hatte.
Wenn nun aber in fremden Lagern so gar keine Würdigung für seine That war . . .?
Die Menschenklasse, denen Plüschmöbel zum Lebensbedürfnis gehören, stiegen wieder etwas in seiner Wertschätzung. Die Bredows waren ja gewiß wilde Hummeln, aber immerhin war es doch angemessener für eine junge Dame, mit der Mama in Rom herumzugehn, als so allein im eignen Schutz zu Hausen.
Haben Sie etwas an die Bredowschen Damen zu bestellen? fragte er gemessen.
Ja grüßen Sie doch, sagte Marianne lebhaft, und ich würde mich freuen, wenn sie sich einmal hier herauffinden würden.
Präsident Krüger in Deutschland. Gegen alles Erwarten und ohne sich des Empfangs durch Kaiser Wilhelm vorher zu vergewissern, hatte Präsident Krüger am 1. Dezember von Paris aus die Reise nach Berlin angetreten und war in Köln angekommen, als ihm am 2. Dezember durch den deutschen Gesandten in Luxemburg die Mitteilung zuging, daß der Kaiser zu seinem Bedauern nach seinen schon getroffnen Dispositionen jetzt nicht in der Lage sei, ihn zu empfangen. Der Präsident hat sich darauf entschlossen, seinem ursprünglichen Reiseplan gemäß Berlin nicht zu besuchen, sondern sich unmittelbar nach Holland zu begeben. Über diesen unglücklichen Verlauf der Reise des vom Schicksal so schwer betroffnen alten Herrn nach Deutschland hat sich in „alldeutschen" Kreisen, namentlich aber in der parteiagrarischen Presse ein gegen die kaiserliche Politik gerichteter so unerhörter Lärm erhoben, wie er sachlich in keiner Weise erklärt werden und noch viel weniger entschuldigt werden kann. Um die Art dieser Entrüstung zu kennzeichnen, müssen wir folgende Auszüge aus dem führenden Organ der Agrarpartei, der „Deutschen Tageszeitung" mitteilen.
Schon am 3. Dezember schrieb das Blatt: „Zum Glück hat Präsident Krüger und hat die ganze Welt in diesen Tagen den unwiderleglichen Beweis erhalten, daß das deutsche Volk und die deutsche Regierung in dieser Sache ganz verschiedne Wege gehn, daß daher unsre gegenwärtige Regierungspolitik nur eine vorübergehende Episode sein kann." Am 4. Dezember früh bekämpfte es die angeblich
(Fortsetzung folgt)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches