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Verlag von Fr. Wilh. Grunow in Leipzig

s^»«^»,,^»^ und andere Geschichten von Charlotte Uiese. Lin Band,

vl^ciuile ».cit.eil,H ^ein gebunden 4 Mark 50 Pfennige.

Die Neigung der Verfasserin zur Armcleuimalerei tritt in diesen Geschichten wieder sehr stark hervor. Letztere liegt mit ihren eckigen Konturen und ganzen Farbe» auch dem eigentümlichen humore der Niese am besten, einem Humor, der in allen sein?» Phasen, von ausgelassener Heiterkeit bis zum erschütternden Ernste immer ei» Produkt stieng realistiscber Auffassung ist. Daß sich ihre Bilder aus den, nieder» Volksleben völlig frei erhalten von einer pessimistisch dunkeln Farbengebung, sichern ihnen eine dauernde Anteilnahme beim Publikum, das immer lieber t» dos Gesicht eines Schalks als ans die strenge Miene eines Griesgrams sehen wird. Und ein echter Schalk ist es, der uns die an sich eigentlich recht ernste Geschichte von der braunen Marcnz erzählt, oder die von Anfang bis Ende putzlustige vonFerdinand" und die vonUnsre Ariichane " Er zwingt sich auch noch ein schelmisches Lächeln auf die kippen, wenn er inEs war gut so" von dem armseligen jungen Vagabunden berichtet, den die Mitbürger hinler Schloß und Riegel steckten, »m vor seiner Bosheit sicher zu lein aber die AUgen stehen ihm doch voll Thränen dabei» und sein Weine» wirkt ansteckend wie sei» Lachen. (Leipziger Tageblatt)

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Geschichten aus Holstein. Z^S^

Auch diese neue Sammlung der schnell beliebt gewordene» Erzählerin wird viele herzen erfreuen. Charlotte Nieses liebens­würdig-behagliches F-ibulirtalent, ihr gemütvoller Humor, ihre Gabe, originelle Charaktere, für die sie neben etner besondern Vorliebe auch besondern Spürsinn hat, uns anschaulich zu schildern, ihre lustige Art, das Rleinstadtleben mit seiner beschränkten Enge darzustellen, das alles bewährt sich wieder in diesen sechs hübschen Studien, die sich übrigens auch zum vorlesen in der Familie trefflich eignen. Alle tragen echi holsteinsches Lokalkolorit. In den erste» beiden und in der vierten Geschichte wendet die Erzählerin mit Geschick die Form der Rahmenerzählung an. Ani besten scheine» uns die vierte und fünfte Skizze gelungen, nanientlich jene mit ihrem feinen und diskreten hunior, die uns die Geschichte von Einem erzählt,der nichts durfte," ist ein wahres kleines Aabinettstückchen. ... Die Ausstattung ist ganz allerliebst. (Nordd. Allg. Ztg.)

Auf der Heide.

Roman von Ch«rtotte Uiese. Fein gebunden 6 Mark.

^ . . . Der Roman Ch. Nieses trägt überall den Stempel des inne'lich Erlebten an sich, es sind die Empfindungen ihrer

Psychologie liegt in der Zeichnunc/der hoheilsvolle» Gräfin und it» er ^Beziehung zu Hans ChristianI wie ist da^so vieles, was sich nur empfinden läßt, nocb keine feste Gestalt gewonnen hat, mit feine» Strichen angedeutet l Wie chevaleresk weisz die Dichterin den charakterlosen, liebenswürdigen Grafen, wie grausig den Hauslehrer Bagge zu poinlieienl Groß zeigt sie sich überhaupt in der Kleinmalerei- die markante Gestalt des Knechts Niß, die junge Magd, die schließlich zur Brandstifterin wird, der Pfarrer und die Pastorin mit dem Leidenszug im Gesicht, die ihre ganze Iugend vergraben und nbgetöiet hat, die prächtige Artigerm willatze» mit ihrem Theepunsch, der weichherzige Grafcnsohn und die beiden Aonitcffen, sie alle sind Aabinetisstück- in ihrer Weise. Mmi-He Szene ist so drastisch, daß man sie mit zu erlebe» glaubt . . . Wir rechne» ,.Anf der Heide" z» dem Gehallo.'llste», was uns die ausgezeichnete Schrifistelleri» in reicher Schaffensfreude geboten hat (D üna - Zeit u» g in Riga)

^ie^>j ^.^^»44^^» Eine Hamburger Geschichte von Cliartottc Uiese. Zweite

unv ^7>cr?aiien. Auflage. Gin Band. Fein gebunden 5 Mark.

, ... Die Erzählung, mit der wir es hier zu thun haben, nimmt ihren Aüsgang vom Hafen, führt uns in das herz des

Ale», enge» und ungesunden Hamburg, greift über in jene Teile der Stadt, wo. gefördert vo» äußern, Wohlstand, noch alte, vornehm hamburgische Gesinnung gewahrt wird, lädt uns abwechselnd vor die Thore Altonas, an die Llb- choussee, wo hamburgischer Reichtum mit Vorliebe seine Somniersttze erbauie, und geleitet uns, nachdem die Cholera ihren vex tl°erenden Wandergang angetreten, nach den, Brennpunkte des damaligen Elends, den Cholerabaracke» und öffentlichen Aranken, hausern. Die Schlichtheit und sachgetreue Art der Darstellung, mit der die Lrz»hl-rin hierbei verfährt, greift denen, die die irnueroolle Zeit mit durchlebt, an olre Wunde» und führt ihnen das Unvergessene in den eindruckvoll-n Farben des Selbsterleb­nisses vor Auge». Die Sprache, deren sich die Erzählerin bedien,, ist abwechselnd hochdeutsch und der patois der hafenb-wohner, ve» sie meisterhaft beherrscht, von künstlerischer Vollreife sind die einzelnen Typen. . . . Man kann welter gehen in der dichterischen Behandlung dieses gewaltigen Stoffes und Ihm erhähtere Gestchtspunk,- abgewinnen. Dem Gemüte näher ver. wandle aber kaum, hier spricht Charlotte Niese in Tönen, die wen» diesmal auch erlösend und befreiend dieselben Thränen ins Fließen bringen, die wir alle einmal schon gewelnt. (hainburger Nachrichten)

Bilder und Skizzen von ClMwtte Uiese. Dritte, der Gesamt- <4US OaMl(T?er <ZeU. ausgäbe zweite Auflage. Gin Band. Fein gebunden 5 Mark 50 Pfennige.

, Ein bezwingender Humor umspielt alle diese G-stalie», denen man lebhaft jede kleine herzen-r-gung nachempfinden

kann, weil sie alle so wahr geschildert sind. ... Wo, wie in diesen Erzählungen, die Sprache gleich einem frischen Waldbach »d-r alle Unebenheiten und Steinchen rauher Charaktere mit leichtem heitern well-ngekräusel des Humors dahinfließt, wo sie den einfachsten Leben-Verhältnisse» ein wahres, klares Antlitz verleiht, da ist dem Leser die Entscheidung in dem hemigen Streit wohl nicht schwer, in den. Streit über die Daseinsberechtigung farbenfroher Malweise des echten Künstlers und schwarz eut- wickelter photograxhischer Blitzlichtanfnahme» des marktschreierischen Dilettanten. (IV°ho" Nachrichien)

... Ihr betreffendes «olortt der altoäterischen Zeit t» ihrer glücklichen Beschränktheit, in ihrer Schlichtheit und Naivität, °.h"e das unruhige hasten unsrer Tage, die Fülle von scharf, zum Teil meisterhaft gezeichneten Charakterfiguren gieb, dem Ganzen einen überaus fesselnden Reiz. Es ist ein Such, das man nicht nur einmal liest, sondern da» man von Jett zu Zeit gern wieder Zur Hand nimmt, und dessen Lektüre stets erneute» Genuß bereitet. <Flensburger Norddeutsche Zeitung)