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Bessere Erzählungen
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Der Kongreß im Göpfersbcicher Thal

auch mancher wünschen wird, er möchte über bessere Dinge schreiben. Hier in diesen sogenannten Novellen ist alles nur skizziert, es geschieht eigentlich nichts, lauter Eindrücke und Stimmungen huschen hin und her. Doch, in einer prügeln sich zwei vornehme Alumnatsknaben im Schnee, am Sonntag, und dafür werden sie bestraft. Eine Baronin beherbergt ans ihrem Schloß Ein­quartierung, Neitervffiziere, darunter einen königlichen Prinzen, in den sie sich verliebt, aber der Prinz kann nicht lieben, denn Prinzen verehren nur. Ein vornehmes Ehepaar reitet spazieren an einem andern Paar vorbei, das in freier Liebe glücklich ist und über die pflichtmäßig verbundnen, blasierten uud gelangweilten Herrschaften seinen derben und drastischen Spott ergießt. Ein adeliches altes Fräuleiu findet ihren Liebhaber von ehemals in einer Gesell­schaft in den Banden einer andern. Eine unglückliche junge Königin liebt ihren Leibarzt. Lauter Dekadenz, nichts erfreuliches, viel Schwermut uud Lebcnsmattigkeit. Aber kunstvolle Schilderung, etwas von dem Schimmer alter, verblaßter Bilder, Rokoko, stille Wasser mit Schwänen, verwilderte Parkland­schaft mit umgeworfnen Statuen und dergleichen. Schade, daß soviel gute Malerei an so traurige Gegenstände verschwendet worden ist.

Dieses Traumhafte, nicht völlig Wirkliche geht auch durch Rudolf Schäfers Tragische Novellen" (Dresden und Leipzig, Pierson), drei Geschichten von einer Kunstreiterin, einem Musiker und einem Maler, die letzte in Versen. Sie sind ernst und gut, nicht so npart in der Schilderung wie die von Mariens, aber gesünder, leicht und angenehm zu lesen. Der Verfasser hat ein Talent, das gewiß zn bedeutenden Aufgabe» reichen würde. A. P.

9er Kongreß im Göpfersbacher Thal

von H. Denarius

opfersbach ist ein stilles, weltfernes Wiesenthnlchen mitten im meilen­weiten Forst; es zieht sich in sanfter Steigung vom Kamm des Ge- birgs herab, und zwar an der Stelle, wo demnächst eine neue, die vierte Eisenbahnlinie den Thüringer Wald überschreiten wird. Ein starker Bach rauscht hindurch, mitten ans der Wiese steht eine uralte Buche, unter der es nach der Meinung der umwohnenden Waldlente geheuer ist. Holzinacher, die sich dort zum Schlafen niedergelegt hatten, sich beim Erwachen in einer wildfremden Gegend gefunden haben und erst nach tagelangem Umherirren nach Hause gekommen sein. Auch eine Nixe soll sich manchmal dort oben sehen lassen, und der unsichtbar machende Fahrsame, der nur in der Johannisnacht reift, gedeiht da herum besonders gut.

An diesem lieblichen Ort nun war es in der Johmmisnacht des Jahres 1900 kurz vor Mitternacht wieder einmal nicht gehener. Eine Menge spukhafter Gestalten

nicht sollen