Die Probe auf die nordamerikanische Weltpolitik
eitdem die uordnmerikauische Union mit dem Siege der „republikanischen" Goldwühruugs- und Hochschutzzollpartci, des industriellen großkapitalistischen Ostens und Nordens, bei der Präsidentenwahl Mae Kinleys im Jahre 1896 in die große Weltpolitik eingetreten ist, hat sie eine neue Periode ihrer Geschichte begonnen. Bis dahin war ihre auswärtige Politik von der Monroedoktrin bestimmt worden; sie wollte darnm mit dem Schlagworte „Amerika für die Amerikaner" zwar jeden fremden Einfluß auf den ganzen Kontinent ausschließen und diesen möglichst uuter die wirtschaftliche Herrschaft der Union bringen, aber weder auf Gebietserwerbungen jenseits der natürlichen Grenzen der Vereinigten Staaten ausgehen, noch sich in außeramerikanische Angelegenheiten einmischen, soweit nicht etwa der Schntz von Staatsangehörigen dies verlangte. Die Erfolge waren nicht gering. Das bloße Nein der Union mitten im Bürgerkriege (1861 bis 1865) genügte, den mexikanischen Kaisertraum Napoleons III. und des Erzherzogs Maximilian zu zerstören, und seitdem hat sich das nordameriknnische Kapital durch Unternehmungen aller Art, namentlich durch Eisenbahnbauten, die so gerettete große mittelamerikanische Bundesrepublik mehr uud mehr wirtschaftlich unterworfen. Mit großer Genugthuung sahen dann die Aankecs 1889 die Verwandlung des Kaisertums Brasilien in eine Bundesrepublik, die die Nepnbliknnisierung Südamerikas vollendete. Sie bekämpften den französischen Pnnamakanal und bemühten sich seit 1880, den Clnyton-Bulwervertrag vom 19. April 1850, der für den geplanten Niearagunkanal eine englisch-nordamerikanische Verwaltung in Aussicht genommen hatte, aufzuheben, derart, daß der Kanal allein von Nordamerika gebaut und verwaltet werden sollte. Sie nötigten im November 1896 den Engländern die Einsetzung einer englisch- nordamerikanischen Kommission allf, um den Grenzstreit zwischen England und Venezuela zu entscheiden, der die Union an sich gar nichts anging, und sie suchten dnrch einen panamerikanischen Kongreß für eine engere Vereinigung Grenzbote» IV 1900 s