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Am Ende der Welt : ein Märchen
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Am Lnde der Welt

Lin Märchen von Adolf Sch mittheiln er

- ^ o man nach dem Seiterich hinuntergeht, und man links oben auf der Höhe den Bürgerwald zur Seite sieht, läßt man den großen Nuß- bciuiu zur rechte» Hand und geht auf die Waldspitze zu, immer ge­radeaus. So kommt man sachte den Berg hinauf. Wer steh» bleiben mnß, um Atem zu schöpfen, möge sich ja umdrehn. Der Blick ist gar schon. Fern im Thale sieht man die Ziegelhütte von Wetbachhausen; geht man eiu paar Schritte weiter hinauf, so sieht man auch die Kirchturmspitze hinter dem Waldeck hervorlngen. Wenn man ganz oben ist, kann man den Wald nn seinein Zipfel packen, das ist ein Haselbusch. Um den mnß mau herum. Dauu sieht man eiueu Schlupf, der zwischen dem Bucheujuugholz in den Wald hineinführt. So kommt man in den Noten Reisig. Nicht weit davon ist das Ende der Welt.

Mitten im Rvteu Reisig steht eiue Tnnne und schaut über alle andern Bänme hinans, denn sie steht auf einem Hügelchen. Ihre Wurzeln sind durch das Hügelchcn so akknrat und vernünftig gewachsen, wie wenn der Zimmermann eiu Dach auf­schlägt. Dort drinnen wohnte seit uuvvrdeuklicheu Zeiten der Wnrzelmann.

Warm wnrs in seinem Hänschen, aber stockfinster. Darum wollte auch das Nixlein, nm das der Wurzelmann freite, lieber hübsch oben bleiben, über den Wurzeln.

Nämlich just am Fnße des Hügelchens, woraus die Tcmne wächst, gegeu Seusenbach zu, ist einmal in einer schönen Mondnacht ein flinkes Nixlein ans seinem Ei geschlüpft, gleich fix nud fertig, mit silbernen Pantöffelchen an den Füßen.

Wie die Hasen so liegen auch die Nixeu am liebsten da, wv sie geheckt worden sind. Und so lagerte denn auch uuser Nixlcin au manchem heißen Sommertag, wenn alles im Walde Mittagsruhe hielt, und in mancher langen Winternncht, während die Sterue langsam über den Wipfel der Tanne hinzogen, auf einem Wnrzclknvrren am Abhang des Hügclchens uud streckte die silberucn Füßchen dahin, wo im Erdreich noch eiu Abdruck zu sehen war von dem Ei, woraus es ge­schlüpft war.

Wenn so das Nixlein dasaß und die Hände im Schoße gefaltet hatte und au nichts weiter dachte als etwa, warnm es eigentlich keine goldnen Schühlein trüge, oder warum denn eigentlich die Schnecken keine Flügel hätten, lag der Wnrzelmann in seinem Häusleiu und schaute zu einem Guckloch hinaus, uud ob­gleich nur wenig Licht hereinfiel, hielt er sich doch die Hand über die Augen, wie wenn er geblendet wäre.

Wie es nun so geht, eines Tages mußte der Wurzelmann niesen. Da schaute das Nixleiu her uud sagte: Da hat wohl jemand den Schnupfen? Woranf der Wnrzelmann erwiderte: Nein, aber die Sonne scheint mir so arg in die Nase.